Andere haben Fachkräftemangel, bei Takraf Tenova läuft der Ausverkauf: Das traditionsreiche Stahlbauunternehmen in Lauchhammer hat vier Jungfacharbeiter nicht übernommen - trotz hervorragender Ausbildungs- und Prüfungsergebnisse, trotz Tarifvertrag.
Der Rechtsstreit über die Leiharbeit im Leipziger BMW-Werk zielt aus Sicht des DGB Sachsen auf eine wichtige Grundsatzentscheidung über die Ordnung am Arbeitsmarkt.
In der ersten Verhandlung über die strittige Einstellung von Leiharbeitern bei BMW Leipzig hat das Arbeitsgericht der Einstellung von 33 Leihkräften zugestimmt. Der Leipziger BMW-Betriebsratschef Jens Köhler: "Wir gehen in die zweite Instanz." Da das Problem überbordender Leiharbeit auch an anderen Standorten von BMW bestehe, werde nun eine konzernweite Lösung angestrebt, so Köhler.
Der Streit über den Einsatz von Leiharbeitern bei BMW Leipzig wird ab heute vor dem Arbeitsgericht der Stadt verhandelt. "Wir haben der Einstellung weiterer 1116 Leiharbeitskräfte widersprochen und wollen rechtlich klären lassen, was unter 'vorübergehend' zu verstehen ist", sagte der Betriebsratsvorsitzende Jens Köhler. Mit Blick auf einen Leiharbeiteranteil von bereits 40 Prozent im Werk fordert er mehr Festeinstellungen.
Werkverträge statt Leiharbeit: Das ist der neue Nr.-1-Hit von Arbeitgebern im Tarifdumping. Immer stärker sind davon auch ausländische Arbeitskräfte betroffen, vor allem aus Osteuropa. Der DGB Sachsen bietet Beratung und Informationen für Betriebsräte in Einsatzbetrieben. Die "Berliner Zeitung" vom 14. Februar gibt tiefere Einblicke in die neue Strategie von Unternehmern.