In Berlin-Brandenburg haben sich IG Metall und Arbeitgeber am 14. April 2005 auf einen Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) geeinigt.
Der neue Entgeltrahmen hebt die bisherige Trennung zwischen ArbeiterInnen und Angestellten auf. Anstatt der die bisher getrennten Lohngruppen (für ArbeiterInnen) und Gehaltsgruppen (für Angestellte) gibt es 13 neue Entgeltgruppen.
Die neuen Entgeltgruppen reichen von Gruppe 1 (Tätigkeiten mit drei Tagen Unterweisungszeit) über die Eck-Entgeltgruppe 5 (Aufgaben, für die eine dreijährige Berufsausbildung oder eine zweijährige Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung erforderlich sind) bis zu Gruppe 13 (Hochschulausbildung, langjährige Berufserfahrung sowie Spezialkenntnisse nötig). Alle Gruppen außer 1 und 2 haben eine Eingangsstufe und eine Hauptstufe, die nach sechs bis zwölf Monaten erreicht wird. Außerdem gibt es in einzelnen Gruppen bis zu zwei Zusatzstufen, die bei höheren Anforderungen oder Spezialkenntnissen erreicht werden können.
Das Eckentgelt in der Hauptstufe liegt ab 1. März 2005 bei 2113 € und wird künftig entsprechend der Tarifabschlüsse erhöht; alle anderen Entgelte sind als Prozent-Werte des Eck-Entgelts definiert.
In den Betrieben wird der Entgeltrahmentarifvertrag wird zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 30. Juni 2009 eingeführt - mit Zustimmung der Tarifvertragsparteien kann das bis zum 30. Juni 2011 verschoben werden. In dieser Zeit werden die Beschäftigten eingruppiert. Dabei ist für jeden Beschäftigten das bisherige tarifliche Entgelt sichergestellt.
Möglich sind Zeit- und Leistungsentgelt; beim Leistungsentgelt sind Akkord, Prämie, Provision und Zielentgelt möglich.
Der Entgeltrahmentarifvertrag kann erstmals zum 31. Dezember 2011 gekündigt werden.
Auf dem Weg zum ERA:
19. April 2005: Die Tarifreform steht (Flugblatt als pdf-Datei)
17. Dez. 2004: ERA-Tarifreform auf der Zielgeraden (Flugblatt)
06. Dez. 2004: Neuer ERA nimmt Gestalt an (Flugblatt)
11. Okt. 2004: ERA kommt (Flugblatt)