Bereits jetzt beginnt die Suche für die neuen Auszubildenden in der Branche. Mindestens seit dem Jahr 2011 konnten nicht mehr alle Ausbildungsplätze besetzt werden. Laut Arbeitgeber mangelt es an geeigneten Bewerbern. Jens Kiehle von der IG Metall Dresden kann dies nur bestätigen: „Mir sind mehrere namenhafte Kfz-Betriebe bekannt, die nicht alle geplanten Ausbildungsplätze besetzt haben.“ Dies läge auch an der Höhe der Ausbildungsvergütungen in der Branche, sagte Kiehle.
In einem Gespräch mit den Arbeitgebern der Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (TG MDK) wurde versucht, die Ausbildungsvergütungen zu erhöhen, noch bevor die neuen Verträge geschlossen werden. „Obwohl die TG MDK diese Situation bekannt ist und die Arbeitgeber wissen, dass dies die Fachkräftesituation noch mehr verschlechtert, sind sie nicht zu einer vorfristigen Erhöhung bereit“, kritisierte Kiehle.
"Die positiven Ansätze des Gespräches mit der TG MDK wurden somit zunichte gemacht“, sagte Peter Friedrich, Verhandlungsführer der IG Metall.
Die zweite Tarifverhandlung in Leipzig für das Kfz-Handwerk in Berlin, Brandenburg und Sachsen ging am Abend des 23. Mai nach zehn Stunden erneut ohne Ergebnis zu Ende. Das Arbeitgeberangebot ist aus Sicht der IG Metall eine Mogelpackung: Zwei Nullmonate und weniger Prozente, als jüngst in Bayern vereinbart wurden. Das Angebot: 2,6 Prozent ab Juli und 2,4 Prozent ab 1. August 2014, bei einer Gesamtlaufzeit von 26 Monaten. Die IG Metall lehnte das ab. Dadurch würde der Abstand zu den Bayern-Tarifen im Kfz-Handwerk erheblich vergrößert. Die IG Metall will diesen verringern. Die nächste Verhandlung ist am 25. Juni.
Die Tarifrunde im ostdeutschen Kfz-Handwerk nimmt Fahrt auf: Am Donnerstag traten in Dresden rund 160 IG Metaller aus neun Dresdner Autohäusern und Werkstätten in den Warnstreik. Die Kfz-Metaller fordern 5,5 Prozent Plus beim Einkommen.
Über 500 Metallerinnen und Metaller sowie Kfz-Beschäftigte kamen zum Aktionstag der IG Metall am 27. April 213 ins Da Capo in Leipzig. Es war eine Einstimmung auf die bevorstehenden Warnstreiks im Tarifkonflikt der Metallindustrie und des Kfz-Handwerks in Berlin, Brandenburg und Sachsen.
Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie sind Warnstreiks unausweichlich: Rund 500 Metallerinnen und Metaller aus Berlin, Brandenburg und Sachsen stimmten sich am Samstag in Leipzig darauf ein, nach erfolglosen Verhandlungsrunden den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen - für ihre Forderung nach 5,5 Prozent Plus. Tarifflugblatt und
Die erste Tarifverhandlung des Kfz-Handwerks in Berlin, Brandenburg und Sachsen endete am 25. April in Berlin ohne ein konkretes Ergebnis. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Entgelte um 5,5 Prozent sowie eine Anpassung der unterschiedlichen Wirtschaftsräume. Darüber hinaus sollen die Ausbildungsvergütungen von 600,-- im ersten bis 720,-- im vierten Ausbildungsjahr in 40-Euro-Schritten angehoben werden.
Mit 5,5 Prozent hat die Tarifkommission eine wohlüberlegte und gesamtwirtschaftlich sinnvolle Forderung aufgestellt. Für Lohnzurückhaltung, wie sie die Arbeitgeber fordern, gibt es keinen Grund. Jetzt kommt es darauf an, den Arbeitgebern in den Betrieben zu zeigen: Wir sind viele und wir sind entschlossen!
Beim Kompass-Workshop vom 15. bis 17. März stimmten sich 160 Metallerinnen und Metaller aus Berlin, Brandenburg und Sachsen auf die Tarifrunden 2013 ein. Auch Kolleginnen und Kollegen aus dem Kfz-Handwerk waren mit dabei. Ihre Tarifrunde läuft fast zeitgleich mit der der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall im Bezirk ist stärker und jünger geworden: Das zeigte sich bei diesem Workshop deutlich. Es kamen so viele Teilnehmer wie nie, unter ihnen waren mehr junge Gesichter denn je.