Unfaire Leiharbeit in Deutschland abschaffen

Am 25. Mai 2011 informierten sich in Berlin Kolleginnen und Kollegen aus 30 Betrieben über die Auswirkungen der neuen Gesetze zur Arbeitnehmerüberlassung und der Rechtssprechung zur Leiharbeit. Das Ergebnis der Bundesregierung, die Leiharbeit zu zivilisieren, ist vernichtend: Anstatt Leiharbeiter zurück zu drängen, sind mehr denn je Beschäftigte als Leiharbeiter in den Betrieben. Die Regierungsparteien haben sich den Lobbyisten der Verleihbranche gebeugt und Equal Pay beerdigt. Für eine faire Bezahlung müssen wir selbst antreten und Druck im Betrieb machen. Während der Tagung wurde von allen Teilnehmern diese Resolution unterzeichnet.

 

Resolution zur Gleichstellung der Leiharbeit: "Unfaire Leiharbeit in Deutschland abschaffen"

 


Bildergalerie

 
 
 

"Manager-Magazin" jubelt über Mindestlohn für Zeitarbeit

Das Manager-Magazin jubelt: Kurz bevor die Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai 2011 auch für die jüngsten EU-Länder in Kraft tritt, hat die Zeitarbeitsbranche den Mindestlohn installiert - und die Gleichbezahlung der Leiharbeitskräfte vorerst verhindert.

 

Der Artikel fasst die gegenwärtige Situation aus Sicht der Arbeitgeber zusammen:


Leiharbeit fair gestalten!



14.000 Beschäftigte aus Berlin, Brandenburg und Sachsen beim Aktionstag Leiharbeit

24.02.2011 - Unter dem Motto "Arbeit-Sicher und fair!" beteiligten sich heute rund 14.000 Beschäftigte aus zahlreichen Industriebetrieben in Berlin, Brandenburg und Sachsen am bundesweiten Aktionstag der IG Metall.

Mehr in der Newsmeldung

 

Downloads:
Artikel in der Mitbestimmung 1+2/2011: "Wider die neue Billiglohnlinie"

Flugblatt "Gleiche Arbeit? - Gleiches Geld!"

Plakate zum Aktionstag Leiharbeit

Postkarte zum Aktionstag Leiharbeit

 

Bildergalerien:

25.03.2011 "Gleiche Arbeit? Gleicher Lohn! - Leiharbeit fair gestalten" - Schifftour durch das Regierungsviertel

Aktionstag Leiharbeit im IG Metall-Bezirk BBS
Aktionstag Leiharbeit in Berlin-Siemensstadt
Aktionstag Leiharbeit bei Bombardier Hennigsdorf


Richtig geklickt! Die IG Metall ist für Menschen in Leiharbeit da

Beratung am Telefon: Jana Naumann, Petra Stein, Sabine Haupt (von oben nach unten)

Sie überlegen, ob Sie eine Stelle bei einer Leiharbeitsfirma annehmen sollen? Oder Sie haben diesen Schritt bereits getan? Ihre Branche ist die Metall-, Holz-, Kunststoff- oder Textilindustrie? Dann sind Sie hier richtig.

 

Leiharbeits-Hotline der IG Metall: 01802 - 22 22 06

(6 Cent aus dem deutschen Festnetz, deutlich teurer aus dem Mobilfunknetz)

 

Die Hotline ist montags, dienstags und donnerstags von 10 Uhr bis 16 Uhr, mittwochs von 10 Uhr bis 18 Uhr und freitags von 9 Uhr bis 12 Uhr zu erreichen.

 

 

Tipp: AnruferInnen sollten ihren Arbeitsvertrag parat halten.

 

LeiharbeitnehmerInnen sind angreifbarer als andere Kolleginnen und Kollegen. Werden Sie deshalb Mitglied unserer starken Gemeinschaft: Die IG Metall ist für Sie da – als kompetente Ratgeberin in Sachen Arbeit und Soziales, als kostenloser Rechtsbeistand, als Kontakt, wenn es Probleme gibt.


März 2010: Neue Mindeststandards für Zeitarbeitsbeschäftigte

Die IG Metall und Verdi haben mit dem Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) einen Tarifvertrag abgeschlossen, der den Beschäftigten deutliche Verbesserungen bringt. Mit dem Abschluss wurde gleichzeitig auch ein Mindestlohn vereinbart sowie eine Klausel gegen Missbrauch von Leiharbeit.

 

Mehr dazu in den Tarifnachrichten


Leiharbeiter werden zu Dumpinglöhnen verurteilt - Truck machte in Berlin-Spandau Station

Auf seiner Deutschland-Tour machte der Leiharbeits-Truck der IG Metall am Samstag in der Spandauer Altstadt Station. Betriebsräte und ehrenamtliche Experten der Arbeitskreise Leiharbeit informierten interessierte BürgerInnen über die Leiharbeit in der Region und machten auf die schlecht bezahlte die Lage dieser Beschäftigtengruppe aufmerksam.
 
Für die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen ist die Gleichstellung der Leiharbeiter mit Festangestellten das oberste Ziel. Es liegt in der Verantwortung des deutschen Gesetzgebers, hier wieder Gerechtigkeit herzustellen.

„Nur in Deutschland werden Leiharbeitskräfte ungleich behandelt. Obwohl die Gleichstellung von Leiharbeitern mit Festangestellten prinzipiell bereits ab der ersten Sekunde ihres Einsatzes durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt ist. Notwendig ist allerdings die durch eine unscheinbare Erweiterung im Gesetz ausgelöste Fehlentwicklung in Deutschland zu korrigieren, “ sagte Bodo Grzonka, Zeitarbeitsexperte der IG Metall-Bezirksleitung Berlin.

„Mit den Hartz-Gesetzen wurde die Lohnfindung in der Leiharbeit absichtlich auf den Kopf gestellt. Demnach können per Tarifvertrag schlechtere Regelungen vereinbart werden. Ein damals geschickter Schachzug, um die Löhne abzusenken, denn die für Dumpingverträge bekannte „Christliche Gewerkschaft“ hatte bereits 2003 Niedriglohnsätze vereinbart und so die Einkommen der gesamten Leiharbeitsbranche auf ein unanständiges Niedrigniveau gedrückt bevor der DGB Tarife abschließen konnte.

Leiharbeiter dürfen Stammbeschäftigte nicht ersetzen. Das geschieht aber durch den politisch gewollten Lohndumping. Die Zahl der Leiharbeiter hat sich seit 2003 verdoppelt. Der Zeitarbeitsexperte der IG Metall Bezirksleitung Berlin mahnt in der aktuellen Debatte um einen Mindestlohn in der Leiharbeit an, die betroffenen Menschen nicht zu übergehen. Vernünftig wäre jetzt, die bestehende Lohndumpingpolitik deshalb rasch vom Gesetzgeber zu korrigieren. Die Einsatzzeiten sind nicht das Problem der Leiharbeiter, sondern eine anständige Bezahlung nach dem Prinzip: gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

Die Kampagne der IG Metall ist vor diesem Hintergrund eine klare Botschaft an Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter, Unternehmer und Politik: "Wir nehmen es nicht hin, dass Stammbelegschaften und Leiharbeitnehmer gegeneinander ausgespielt werden; dass Stammarbeitsplätze zunehmend durch Leiharbeit verdrängt werden; dass es in Beschäftigte erster und zweiter Klasse gibt."

Verbesserung bei BMW


Die IG Metall hat für Leiharbeiter, die bei BMW eingesetzt werden, bereits eine Vereinbarung mit den Verleihunternehmen getroffen. Die neuen Arbeitsbedingungen für die Leiharbeiter bedeuten zwischen 500 und 800 Euro mehr Geld pro Monat, gegenüber ihren bisherigen Leiharbeitstarifen.

Auch bei Siemens und Osram in Spandau sind erhebliche Anteile des Personals deutlich schlechter bezahlte Leiharbeiter. „Wir werden das nicht länger hinnehmen, sondern erwarten auch von diesen Unternehmen eine verbesserte Regelung für die Leiharbeiter“, so Grzonka.

Schon Mitte Juni wird der Leiharbeitstruck vor den Betrieben am Nonnendamm in Spandau stehen.


"Sozialreport Zeitarbeit" - eine kritische Bestandsaufnahme

070314_IGM_Sozialreport_Zeitarbeit.pdf


Die Wiederkehr der sozialen Unsicherheit – Fachtagung in Berlin

Prekäre Beschäftigung boomt – Jobs, die ungeschützt, unsicher, widerruflich, heikel sind, breiten sich aus. "Es kommt darauf an, diese Situation nicht nur zu beklagen, sondern Auswege für die Betroffenen zu suchen", sagte Doro Zinke, stellvertretende DGB-Vorsitzende Berlin-Brandenburg, am Donnerstag auf einer Fachtagung in Berlin.

 

Doro ZinkeZum Thema "Unsicherheit und Armut trotz Arbeit" diskutierten rund 250 Wissenschaftler, Gewerkschafter, Mitglieder von Arbeitsloseninitiativen und Betroffene. Ihr Fazit: Der  Beschäftigungsboom in  Berlin und Brandenburg  steht auf tönernen Füßen. Denn anstatt regulärer Arbeitsverhältnisse entstehen immer mehr prekäre Jobs wie Leiharbeit, 1-Euro-Jobs oder Mini-Jobs. Der DGB schätzt, dass sich allein in der Region mehr als eine halbe Million Menschen in prekärer Beschäftigung befinden, bei steigender Tendenz. Es müsse Abschied genommen werden von der Illusion, im Aufschwung entstünden automatisch Normalarbeitsverhältnisse, sagte Doro Zinke auf der Konferenz, die der DGB zusammen mit der Freien und der Technischen Universität organisierte.

Während mittlerweile fünf Millionen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland als prekär gelten im Sinne von ungeschützt, mit geringen Sozialstandards und niedrigen Löhnen, sind es nach Erhebungen der EU-Kommission europaweit bereits 40 Prozent aller Jobs. „Mit den klassischen Gewerkschaftsangeboten erreichen wir diese Arbeitnehmer nicht mehr. Wir müssen mit ihnen zusammen Mitmach-Angebote entwickeln, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind“, sagte Doro Zinke. Dazu diene auch die Fachtagung, um eine Ideenbörse branchenübergreifend ins Leben zu rufen.

 

Bei den Praktikanten sei es dem DGB bereits gelungen, spezifische Angebote zu entwickeln. Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) habe mit ihrer Kampagne zu „decent work“ deutlich gemacht, dass fair bezahlte, menschenwürdige und sichere Arbeit nicht nur ein Thema für die „Dritte Welt“ sei. Es gehe auch bei uns um eine Wertedebatte, wie sozial Arbeitsbedingungen ausgestaltet seien. "Ein Arbeitsvertrag gehört zur Menschenwürde", sagte Zinke. Die Gewerkschaften müssten den politischen Druck erhöhen, um den Mindestlohn als Existenzgrundlage für Millionen Menschen durchzusetzen. In der EU hätten bereits 18 von 25 Ländern einen gesetzlichen Mindestlohn, sagte die Gewerkschafterin, die mehrere Jahre bei der EU-Kommission in Brüssel gearbeitet hat. Sie kritisierte,  dass in Brandenburg in 10 Branchen  Löhne zwischen 3 und 5 Euro pro Stunde gezahlt würden, die die Existenz nicht sicherten.  120 000 Arbeitnehmerinnen und  Arbeitnehmer bekämen hier einen staatlichen Zuschuss zu ihrem Niedriglohn. Neben dem Mindestlohn sieht Zinke in der öffentlichen Vergabe von Aufträgen ein Instrument, um Tariftreue von Unternehmen und existenzsichernde Einkommen für die Beschäftigten zu gewährleisten.


Arbeitgeber unterstützen Forderung nach Mindestlohn für Zeitarbeiter

BMW Leipzig: 1200 Zeitarbeiter montieren am Band

Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) hat seine Forderung nach einem verbindlichen Mindestlohn für die gesamte Zeitarbeitsbranche bekräftigt. Der Verband beruft sich dabei auf die Ergebnisse einer neuen Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen. Diese belegt aus Sicht der Zeitarbeitsfirmen, dass Mindeststandards in der Zeitarbeit weder einen Kostenanstieg in der Branche noch Arbeitsplatzverluste oder eine Minderung der Beschäftigungschancen gering Qualifizierter verursachen würden.

Die niedrigen Mindestsätze von 7,15 Euro in Westdeutschland und 6,22 Euro in Ostdeutschland, die die Zeitarbeitsverbände anstreben, könnten nicht zu einem massiven Kostenanstieg in der Zeitarbeitsbranche führen, hieß es in der Studie. Auch ein Schwund von Arbeitsplätzen sei nicht zu befürchten. Vielmehr könnten Mindeststandards für Zeitarbeiter auch die Stellen der Stammbeschäftigten in Betrieben schützen. Da der Einsatz von Zeitarbeitskräften zeitlich nicht begrenzt sei, bestehe die Gefahr, dass Firmen reguläre Stellen durch günstigere Zeitarbeitsposten ersetzten - je billiger die Zeitarbeit, desto größer die Verlockung.

 

Nach der IAT-Studie sei es ebenso wenig wahrscheinlich, dass sich die Beschäftigungschancen von gering Qualifizierten durch einen Zeitarbeits-Mindestlohn verschlechterten. Erfahrungen mit dem gesetzlichen Mindestlohn in den USA hätten Gegenteiliges gezeigt.

Die beiden größten Branchenverbände, iGZ und der Bundesverband Zeitarbeit (BZA), hatten im Mai mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund für ihren Zuständigkeitsbereich Mindestlöhne vereinbart - gültig ab 1. Januar 2007. Nach dem Willen der Verbände soll dieser Tarifabschluss Grundlage für eine gesetzliche Mindestlohnregelung für die gesamte Branche werden.


Pressemitteilung vom 3. November 2006:

Zeitarbeitnehmer fordern von Bundesregierung:

Mindestlohn-Gesetz zügig einführen


IG Metall: Zeitarbeit darf nicht zur Regel werden

Zunehmend stellen Unternehmen Zeitarbeiter nicht nur zur Bewältigung von Produktionsspitzen ein, sondern auch für Kernaufgaben wie Forschung, Entwicklung und Marketing, die zuvor die Stammbelegschaft erfüllte. Verfestigt sich dieser neue Trend, ist dies Missbrauch der gesetzlichen Möglichkeiten und nicht im Sinne der Erfinder, warnt Bodo Grzonka, Zeitarbeitsexperte in der IG Metall-Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen.  

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Immer mehr Menschen sind in Zeitarbeit

Seit Dezember 2004 existiert ein bundesweites virtuelles Netzwerk der IG Metall zur Zeitarbeit (ZOOM). Neben einem reichhaltigen und ständig aktualisierten Informationsangebot, verfügt ZOOM über ein moderiertes Forum zum Informationsaustausch.

Mit dem schnellen Wachstum der Zeitarbeitsbranche und der umfassenden Reformierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) im Rahmen der Hartz-Reformen gewinnt die Zeitarbeit zunehmend an Bedeutung: Nach aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit sind bereits über 400.000 ArbeitnehmerInnen in einem Zeitarbeitsverhältnis beschäftigt. Damit hat sich die Zahl der ZeitarbeitnehmerInnen seit 1996 mehr als verdoppelt!

 

Weitere statistische Daten über die Zeitarbeit.

 

Zeitarbeit - alles klar? Der Betriebsrat "vor Ort" hilft weiter.

 

Der Flyer "Zeitarbeit - alles klar?" enthält Infos über Rechte der ZeitarbeitnehmerInnen.