Wir brauchen die soziale Innovation

Projekt der IG Metall

Zwischen Familie und Beruf ist kein Platz für ein Oder« – dieses Motto des Projekts der IG Metall erscheint vielen als ferne Vision.  »Doch jeder  Weg beginnt mit dem ersten Schritt«, sagt die Berliner IG Metall-Bezirkssekretärin Jutta Ehlers und ist zuversichtlich: Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen, unter denen Männer und Frauen die oft widersprüchlichen Anforderungen von Beruf und Familie in Einklang bringen können, sind  ein realistisches Ziel.

 

Und dafür gute Bedingungen zu schaffen, ist notwendig - auch unter bevölkerungspolitischen Aspekten, bestätigen  Wissenschaftler. »Wir müssen über Innovation statt über mehr Geld reden«, fordert etwa Prof. Hans Bertram von der Humboldt-Universität Berlin, der am familienpolitischen Bericht der Bundesregierung mitgewirkt hat. Sein Fazit: »Mütter sind in Deutschland benachteiligt.« Das darf nicht so bleiben, und hier sind auch die Tarifpartner gefordert.


»Natürlich  ist der Staat hauptverantwortlich für gute Familienpolitik«, sagt IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel.  Dennoch sollten auch die Tarifparteien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht ausblenden. Denkbar seien künftig tarifliche Regelungen, die längere Auszeiten für die Qualifizierung, die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftiger Eltern ermöglichen und eine anschließende Rückkehr in den Betrieb sichern.


»Der Fachkräftemangel, den die Wirtschaft im Osten schon heute beklagt,  ist ein lösbares Problem«, so Höbel. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Betreuungsangebote der Betriebe könnten die West-Abwanderung stoppen und gut ausgebildete Frauen bewegen, in Ostdeutschland zu bleiben oder hierher zu kommen.

 

Broschüre zum Projekt Vereinbarkeit von Beruf und Familie