Die zweite Tarifverhandlung für die Beschäftigten der sächsischen Metall- und Elektroindustrie endete am heutigen Mittwoch in Leipzig, nach einem inakzeptablen Angebot der Arbeitgeber, unterhalb der Inflationserwartung, ohne Ergebnis. Die IG Metall lehnte so einen „Lösungsvorschlag“ entschieden ab.
Mit 5,5 Prozent hat die Tarifkommission eine wohlüberlegte und gesamtwirtschaftlich sinnvolle Forderung aufgestellt. Für Lohnzurückhaltung, wie sie die Arbeitgeber fordern, gibt es keinen Grund. Jetzt kommt es darauf an, den Arbeitgebern in den Betrieben zu zeigen: Wir sind viele und wir sind entschlossen!
In der Dresdner Fabrik von Infineon sollen mehr Roboter Arbeiten in der Chipproduktion übernehmen. "Die IG Metall begrüßt und unterstützt die Entscheidung für eine Investition in den Standort, fordert aber den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen", sagte Jutta Ehlers, Bezirkssekretärin bei der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen und Infineon-Aufsichtsratsmitglied.
Die Metaller in Ostbrandenburg müssen derzeit einen Schlag nach dem anderen parieren. Sie klagen nicht. Sie klagen an und wehren sich. Am Mittwoch demonstrierten 200 Metallerinnen und Metaller in Fürstenwalde aus Protest gegen die Pläne des Honeywell-Konzerns, den Traditionsbetrieb zu schließen. An der Seite der Gaselaner: 50 Kollegen von EKO-Stahl Eisenhüttenstadt, Konzernbetriebsräte aus ganz Deutschland und der Bürgermeister der Stadt, Hans-Ulrich Hengst.
Die IG Metall und der Verband der Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie Sachsen e.V. (VHKS) einigte sich am Dienstag in Dresden auf eine Einkommenserhöhung, rückwirkend ab dem 1. März 2013, in Höhe von drei Prozent.
Die 4. Tarifverhandlung für die ostdeutsche Textilindustrie wurde kurzfristig verlegt. Sie bleibt in Chemnitz und findet auch am 19. April statt, doch der Verhandlungsort ist nunmehr das Chemnitzer Gewerkschaftshaus, anstatt die traditionellen Räume im TCC beim Arbeitgeberverband. Der Hausherr des Technologie Centrum Chemnitz (TCC) bietet Existenzgründern Beratung und Unterstützung sowie das passende Umfeld für Entwicklung und Wachstum - demokratische Grundrechte gehören aber offensichtlich nicht zu deren Programm. Sie wollen keine Tarif-Kundgebung auf dem Grundstück.
5,5 Prozent Tariferhöhung für zwölf Monate: Dafür ziehen die Kolleginnen und Kollegen von Perrin Prenzlau in die Verhandlungen über einen neuen Haustarifvertrag. Die Forderung ist berechtigt und bezahlbar, kommentierten die Mitglieder der Tarifkommission ihren Beschluss.