
Aktuelle Herausforderungen für die Betriebsräte bei der Gestaltung von Arbeitszeit- und Leistungsbedingungen.
Die wirtschaftliche Krise hat viele Betriebe in unserem Bezirk getroffen. Bisher konnten wir unser Ziel „Keine Entlassungen in der Krise“ fast überall einhalten.
Das wesentliche Mittel zur Verhinderung von Entlassungen war die kollektive Absenkung der Arbeitszeit mit Hilfe der Einführung von Kurzarbeit in den Betrieben. Arbeitszeitverkürzung ist wirksam, Arbeitszeitverkürzung
sichert Arbeitsplätze - das ist eine wichtige Erfahrung.
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Am 29. März konnte für die Holz- und Kunsstoffverarbeitende Industrie in Berlin und Brandenburg ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen werden.
Wie in der Metall- und Elektroindustrie hatte das Thema Beschäftigungssicherung bei den Verhandlungen höchste Priorität. Der Tarifvertrag "Zukunft in Arbeit", der eine tarifliche Verlängerung von Kurzarbeit vorsieht, wurde übernommen. Damit wurde auch die Übernahme von Auszubildenden für 12 Monate gesichert.
Trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation konnte auch eine Entgelterhöhung von 1,5 Prozent ab Juni 2010 durchgesetzt werden. Für April und Mai wurde eine Einmalzahlung von 60 Euro vereinbart.
Worauf soll sich die Tarifpolitik der IG Metall konzentrieren? Wollen wir uns angesichts der schwersten Krise seit 60 Jahren jetzt auf die Sicherung der Beschäftigung und des Entgeltniveaus beschränken? Oder stärker auf die Qualität von Arbeitsbedingungen setzen? Die Teilnehmer der tarifpolitischen Fachtagung am 5. Juni 2009 in Leipzig sagten: »Wir brauchen beides.«
Keine betriebsbedingten Kündigungen in 2009 – mit Vorschlägen wie der Abwrackprämie und der verlängerten Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld hat die IG Metall der Politik wichtige Impulse gegeben, damit dieses Ziel Realität werden kann. Aber was wird nach der Krise sein? »Auf keinen Fall darf es dann so weitergehen wie bisher. Diejenigen, die uns mit ihrer neoliberalen Politik in die Krise gestürzt haben, dürfen nicht wieder zu Meinungsführern werden«, sagte Bezirksleiter Olivier Höbel und erntete dafür große Zustimmung der Teilnehmer der tarifpolitischen Tagung der IG Metall im Juni in Leipzig.
»Hauptsache Arbeit« – diese Ansicht führt Arbeitnehmer in die Sackgasse, unterstrich Dr. Wolfgang Menz vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung in seinem stark beachteten
Referat. Es gelte, gerade in Krisenzeiten die Möglichkeiten der Gestaltung qualitativer Arbeitsbedingungen auszuschöpfen, etwa bei der Arbeitszeit. Damit könnte eine neue Balance zwischen Arbeit und Leben hergestellt werden. Diese ermögliche Männern und Frauen, Beruf und Privatleben besser zu vereinbaren. Ehrenamt, Kindererziehung oder die Pflege von Familienangehörigen seien nicht nur Privatsache, sondern wichtig für die Gesellschaft.

Das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung ist die zentrale Dokumentationsstelle der Gewerkschaften. Es hat die Aufgabe, das laufende Tarifgeschehen zu dokumentieren und auszuwerten.
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Wer verdient eigentlich was? Bekommt man in einer anderen Branche mehr? Wie hoch ist das Einkommen in anderen Berufen? Wie sieht es in anderen Regionen aus? Kaum etwas ist interessanter als diese Frage.




