Tarife/Metall-Elektro

350 Metaller begleiten Verhandlungsauftakt der Tarifrunde für Berlin und Brandenburg – Kühles Klima in erster Verhandlung

  • 15.11.2017
  • md/aw
  • Aktuelles, Bildergalerie, Metall-/Elektro, Tarif

Die erste Runde der Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und Metall-Arbeitgebern für die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg endete am Mittwoch mit einer Konfrontation. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld, Wahloptionen für modernere Arbeitszeitmodelle und eine Verhandlungsverpflichtung für die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit. Nächster Verhandlungstermin ist der 18. Dezember.

Botschaft der Demonstranten vor dem Verhandlungsort in Berlin: Wir kämpfen für unsere Forderungen Foto: Christian von Polentz, transitfoto Berlin

Mit einer Kundgebung vor dem Verhandlungsort hatten rund 350 Metallerinnen und Metaller aus Berliner und Brandenburger Betrieben den Auftakt der Tarifverhandlungen begleitet. Mit Transparenten und Sprechchören demonstrierten sie vor dem Steigenberger-Hotel am Berliner Hauptbahnhof ihre Kampfbereitschaft für die Tarifziele der IG Metall. Darunter waren Kolleginnen und Kollegen von Mercedes Benz, aus dem Siemens Dynamowerk und dem Gasturbinenwerk sowie von LEDvance und Otis.

 

Das neueste Flugblatt (pdf, 355 KB)

 

„Wir haben unsere Forderungen gut begründet und den Arbeitgebern die Erwartungen der Beschäftigten vermittelt. Die Arbeitgeber reagierten darauf ausgesprochen kühl. Statt der IG Metall ein Angebot zu machen, stellten sie Gegenforderungen auf", berichtete Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen und Verhandlungsführer. Auf den Punkt gebracht heißt das: „Die Arbeitgeber fordern, dass wir länger arbeiten für weniger Geld. Darüber hinaus fordern sie eine Einschränkung bestehender Rechte und eine Ausweitung der sachgrundlosen Befristung. Das bedeutet weniger feste und mehr befristete Arbeitsverhältnisse.“

 

Höbel forderte die Arbeitgeber auf, zum nächsten Termin am 18. Dezember ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch zu legen. "Dann werden wir sehen, ob sich das Klima zwischen den Tarifparteien noch weiter abkühlt", so Höbel.

 

Die IG Metall werde keine Verweigerungshaltung der Arbeitgeber akzeptieren, so Höbel.  "Sie haben auch eine gesellschaftspolitische Verpflichtung", unterstrich er. Die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf dürfe nicht nur in Sonntagsreden beschworen werden, sondern müsse konkret in Tarifverträgen umgesetzt werden, so Höbel weiter.

 

„Wer auf berechtigte Forderungen mit Verweigerung und Gegenforderungen reagiert, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und verkennt, dass Flexibilität keine Einbahnstraße ist“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Der Erfolg der Metall- und Elektroindustrie beruht auf höchster Flexibilität, Leistung und Qualifikation der Beschäftigten. In Zeiten der Digitalisierung braucht Flexibilität mehr Verfügbarkeitsrechte für Arbeitnehmer.“

 

28 Jahre nach der deutschen Einheit will die IG Metall überdies neue Schritte zur Ost-West-Angleichung der Wochenarbeitszeit durchsetzen. Im Tarifergebnis dieser Runde muss nach dem Willen der IG Metall eine verlässliche Verhandlungsverpflichtung der Arbeitgeber stehen, mit der ein Anpassungsprozess der tariflichen Arbeitszeit beginnen kann (Ost: 38 Stunden, West: 35 Stunden). "Das ist längst überfällig und mehr als gerecht“, so Olivier Höbel. 

 

Fotos von der Kundgebung auch auf Flickr

 

Berichterstattung:

 

rbb Fernsehen, 15. November 2017

 

rbb Hörfunk, 15. November 2017 und online

 

Berliner Morgenpost, 15. November 2017

 

MDR, 15. November 2017

 

n-tv, 15. November 2017

 

 



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