Tarife/BMW-Niederlassung

Metaller in Berliner BMW-Niederlassung sauer: Premium passt nicht zu prekär!

  • 10.10.2017
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Kfz

Unter den rund 500 Beschäftigten der BMW-Niederlassung Berlin wächst der Unmut. Vorsichtig ausgedrückt.Die laufende Tarifrunde kommt nicht voran: Die Premium-Marke ignoriert die Forderungen der IG Metall nach höheren Einkommen, kürzerer Arbeitszeit sowie Perspektiven für Leiharbeitskräfte, befristet Beschäftigte und Auszubildende.

Protest gegen Billigstrategie des Premium-Herstellers: Metaller von BMW in Berlin-Marzahn am 5. Oktober

Wie geht’s weiter?

Das war Thema des »Powerfrühstücks«, zu dem sich die BMW-ler am 4., 5. und 6. Oktober auf Einladung der IG Metall vor den Autohäusern am Kaiserdamm, in Marzahn und Weißensee trafen. Dabei stellte sich heraus: Der aktuell größte Aufreger ist der Umgang mit befristet Beschäftigten und Leiharbeitern. Befristungen und Leiharbeits-Einsätze enden so »rechtzeitig«, dass die Kosten für diese Kräfte so billig wie möglich bleiben. Jetzt sollen 55 Verträge auslaufen, die Belegschaft weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wie sollen wir so das Premium-Niveau halten?, lautet die bange Frage. »Wer soll ab Januar 2018 die anfallende Arbeit übernehmen? Werden wir künftig alle Teile-Verkäufer und Fahrzeug-Verkäufer an der Kasse sehen? Werden Schnelldienst und Logistik fremd vergeben?«, bringt es der Betriebsratsvorsitzende Oliver Massling auf den Punkt. Er weiß: Fachkräfte sind rar am Arbeitsmarkt, also müssen Neue intensiv eingearbeitet werden. Und wer gut ist im Job, hat es nicht nötig, zu unsicheren schlechteren Bedingungen zu arbeiten.

 

Lesen, was die BMWler sagen(pdf, 1.9 MB)

 

Tiefe Einblicke beim Powerfrühstück

Peter van Binsbergen, Deutschland-Chef der Niederlassungen, redete bei seinem Überraschungsbesuch vor den Autohäusern an den Kolleginnen und Kollegen vorbei. Nach Lob und Dank für die tolle Arbeit der Berliner Teams erklärte er ganz allgemein, das Unternehmen müsse »flexibel« bleiben. Überdies: Dem Luxus gehöre die Zukunft. Da hatte er das Wohlwollen der Mannschaft verspielt. Mit befristeten und Leihverträgen, so die einhellige Meinung, kann sich keiner von uns einen BMW leisten. Premium und Prekär passen nicht zusammen! Wer Luxusbedürfnisse bedienen will, kann doch nicht hintenherum Missbrauch mit Leiharbeit und Befristungen treiben. Nach intensiven Gesprächen lautet das Fazit der IG Metall: Motivierte und exzellente Arbeit gibt es nur auf einem Weg: Verträge entfristen, Leiharbeiter fest anstellen. 



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