Senvion - mit Berichterstattung

Senvion-Beschäftigte kämpfen um ihre Jobs

  • 15.03.2017
  • aw
  • Aktuelles

Mehr als 200 Beschäftigte haben am 15. März vor den Toren von Senvion in Trampe (Barnim) gegen die Pläne zur Schließung der Produktion protestiert. Unterstützt wurde der Protest vor Ort auch von Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Am Montag wurde von der Geschäftsführung des Windkraftanlagenherstellers verkündet, dass 730 Stellen bundesweit gestrichen werden sollen.

Foto: IG Metall

Bis 2017 seien in Trampe die Auftragsbücher voll, berichten Betriebsräte. Für das Folgejahr gebe es erste Anfragen.

Von dem Stellenabbau betroffen sind auch Standorte in Husum (Schleswig-Holstein) und Bremerhaven. Die Konzernholding begründete die Einschnitte mit einem stärker werdenden Wettbewerbs- und Preisdruck. Deshalb sollen Teile der Produktion verlagert und Standorte in Deutschland aufgegeben werden.

„Es ist verwerflich, dass die Aktien von Senvion steigen, wenn verkündet wird, dass Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren“, so Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter IG Metall Ostbrandenburg. „Das macht mich richtig sauer, dass es hier keine Möglichkeiten der Mitbestimmung gibt.“ Peter Ernsdorf berichtete von der großen Solidarität der Senvion-Beschäftigten untereinander. „Heute Morgen waren hier auch Kollegen von Powerblades aus Bremerhaven. Und solidarisch waren auch die Bahnwerker in Eberswalde.“

«Mitbestimmung in Deutschland geht anders», sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber. Er sicherte den Beschäftigten von Senvion seine Unterstützung zu.

«Kämpfen lohnt sich!» Das habe er im Ringen um das Bahnwerk Eberswalde gesehen. Vor zweieinhalb Jahren wollte die Deutsche Bahn den Stecker ziehen. Unter großen Kraftanstrengungen konnte ein Verkauf an einen privaten Investor organisiert und so der Standort doch gesichert werden.

Der amerikanische Investmentfonds Centerbridge hatte vor zwei Jahren den deutschen Windkraftanlagenhersteller vom indischen Windenergiekonzern Sulzon übernommen.  
 
Für den 27. März haben Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen und Meinhard Geiken, IG Metall Bezirksleiter Küste in Hamburg zu einem Runden Tisch eingeladen. Mit Betriebsräten, Vertrauensleuten, Politik und Unternehmen soll über die Situation diskutiert werden.

 

rbb-Berichterstattung 15. März 2017

 

Welt-Online, 15. März 2017

 

Märkische Online Zeitung (MOZ), 15. März 2017

 

MAZ-online 13. März 2017

 

Handelsblatt 13. März 2017

 

Süddeutsche Zeitung, 13. März 2017



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