Stahl/Warnstreiks - mit Berichterstattung

Stahltarifrunde nimmt Fahrt auf: 650 beim Warnstreik in Eisenhüttenstadt

  • 16.03.2017
  • md
  • Aktuelles, Tarif, Stahl

Arbeitgeber, bewegt Euch am Verhandlungstisch! Mit dieser Forderung zogen am Donnerstag Morgen 650 Metallerinnen und Metaller in Eisenhüttenstadt zu einem einstündigen Warnstreik vor das Tor von ArcelorMittal.

IG Metaller von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt warnen Arbeitgeber: Lösung am Verhandlungstisch nicht verzögern! Foto: Christian von Polentz, transitfoto.de

Olivier Höbel (Mitte) und Holger Wachsmann (rechts), Betriebsratsvorsitzender von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt

Foto: Christian von Polentz, transitfoto.de

Foto: Christian von Polentz, transitfoto.de

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Mit dabei waren Metallerinnen und Metaller von Arcelor Mittal Eisenhüttenstadt, von ArcelorMittal Auto Processing, dem ArcelorMittal Forsungs-und Qualitätszentrum, von Vulkan Energiewirtschaft Oderbrücke (VEO) und ArcelorMittal Recycling. Sie machten zur Warnstreikkundgebung deutlich: Wir stehen hinter der Forderung unserer Gewerkschaft nach 4,5 Prozent mehr Geld und einer Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und zu Werkverträgen. Dieses Bekenntnis war zugleich Unterstützung für die Kolleginnen und Kollegen in Nordrhein-Westfalen, die am selben Tag zu Verhandlungen über die nordwestdeutsche Stahlindustrie mit den Arbeitgebern zusammentreffen.

 

"Die Stahlbranche ist solide aufgestellt und erwartet 2017 eine weiterhin positive Entwicklung. Das ist vor allem der engagierten Arbeit der Beschäftigten zu verdanken. Wir fordern jetzt unseren Anteil ein", sagte Olivier Höbel, Verhandlungsführer für die ostdeutsche Stahlindustrie und IG Metall-Bezirksleiter.

Von den Arbeitgebern erwarte die IG Metall zur nächsten Tarifverhandlung am 21. März "ein Angebot, das diesen Namen auch verdient. "Wir haben die Kohlen aus dem Feuer geholt, wir haben die Politik gedrängt, vernünftige Beschlüsse zum Klimaschutz zu fassen. Die Arbeitgeber haben unser Engagement sehr geschätzt, als wir in Berlin und Brüssel für die Zukunft der Stahlindustrie stritten", sagte Höbel. 

 

Das Angebot der Stahlarbeitgeber zur zweiten Verhandlung am 6. März in Nordrhein-Westfalen sei auch für Stahl Ost indiskutabel und trage zur Eskalation des Tarifkonflikts bei, so Höbel. Nur 1,3 Prozent Plus bei 15 Monaten Laufzeit bedeuten umgerechnet auf zwölf Monate nur 1,04 Prozent mehr Geld. "Das unterschreitet die Inflationsrate und führt zu Reallohnverlust. Das machen wir nicht mit", sagte er. Zudem hätten die Arbeitgeber erklärt, eine Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und zu Werkverträgen käme nur in Frage, wenn die  Beschäftigten Reallohnverluste akzeptieren.

 

Die IG Metall hat in dieser Tarifrunde die Forderung nach einem Zukunftsdialog für die ostdeutsche Stahlindustrie erhoben. Ziel ist, vor dem Hintergrund sinkender Bewerberzahlen die Ausbildung attraktiver zu machen und qualifizierten Nachwuchs für die Branche zu sichern. Mehr junge Leute im Stahl sind die beste Standortgarantie, die es geben kann, sagt die IG Metall.

 

Berichterstattung:

 

rbb Brandenburg aktuell, 16. März 2017

 

Märkische Oderzeitung, 17. März 2017

 

 



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