Hasse & Wrede und K- PowerT-ech in Berlin

Widerstand gegen die „42 Stundenwoche bei vollem Lohnklau“

  • 11.03.2017
  • ab
  • Aktuelles

Das System Knorr-Bremse basiert auf Einschüchterung und Angst. Das Prinzip von IG Metall und Beschäftigten beruht auf Respekt und gelebter Solidarität. Inzwischen unterstützen einige tausend Beschäftigte aus der Berliner Metall- und Elektroindustrie die Kolleginnen und Kollegen von Hasse & Wrede und KB PowerTech mit Solidaritätsschreiben und wertvollen Ratschlägen. Täglich werden es mehr.

Respekt und gelebte Solidarität statt Einschüchterung und Angst

„Mit größter Anerkennung verfolgen wir den Widerstand gegen die geplante Einführung der 42-Stundenwoche bei vollem Lohnklau und die Verlagerung der Hasse & Wrede-Produktion nach Tschechien“, schreiben beispielsweise Betriebsrat und IG Metall-Vertrauensleute von Haldex Heidelberg. Haldex Heidelberg gehört seit 1998 zum schwedischen Haldex-Konzernüber Andreas E-, dessen Übernahme Knorr-Bremse im September 2016 eingeleitet hat. Knorr-Bremse und sein Eigentümer, der Multimilliardär Heinz-Hermann Thiele, sammelt Unternehmen wie andere Bierdeckel. 5.000 und damit etwa ein Fünftel der 25.000 Beschäftigten arbeitet in Deutschland.

Die Kolleginnen und Kollegen von Haldex wissen genau, wie Knorr-Bremse agiert: „Ihr Motto: Ein Jahr Bestandsgarantie gemäß § 613a BGG, danach vielleicht noch ein „Anstandsjahr“ – dann Abriss der Tarifverträge.“ So agiert Knorr-Bremse nun auch bei KB PowerTech und setzt die Kolleginnen und Kollegen dort mit dem Hinweis unter Druck, andernfalls werde der Betrieb womöglich verlagert. Genau das sehen die Pläne für das Berliner Traditionsunternehmen Hasse & Wrede vor. Setzt sich Knorr-Bremse dort durch, wird die gesamte Produktion ausgelagert, landen 118 Kolleginnen und Kollegen und 25 Leihbeschäftigte auf der Straße. Erhalten bleiben – so schreibt es der Vorstandsvorsitzende  der Knorr-Bremse AG, Klaus Deller,  – lediglich die Bereiche Entwicklung und Vertrieb mit 25 Mitarbeitern.

Knorr-Bremse verbreitet Angst und Schrecken unter den Berliner Beschäftigten und erzeugt ein Klima der Angst. Dieses Vorgehen entspricht nicht der auf Augenhöhe basierenden Streitkultur, wie sie zwischen Unternehmen und Beschäftigten in Deutschland üblich ist. Diese Kultur ist ein hohes Gut und ein wichtiger Standortvorteil Deutschlands. „Aus unserer Sicht ist es wichtig, miteinander ins Gespräch zu kommen und nicht einseitig radikale Maßnahmen zu verkünden, um diese dann mit enorm hohem Druck durchsetzen zu wollen“, schreiben etwa die Betriebsräte und IG Metall-Vertrauensleute der tedrive Steering Systems GmbH. Genau aber darauf basiert das Knorr-Bremse-System.

Sollten die Geschäftsleitungen von KB PowerTech und Hasse & Wrede mit ihren Praktiken durchkommen, werden sie versuchen, die nächste Belegschaft in ihr System zu pressen. Dagegen helfen nur Einigkeit unter den Beschäftigten, ein hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad und gelebte Solidarität, wie sie beispielsweise die Kolleginnen und Kollegen von tedrive zeigen: „Wir als Betrieb im Konzern der Knorr-Bremse möchten Euren Widerstand unterstützen. Ihr kämpft nicht nur für Euch, sondern auch für uns. Die gesamte Belegschaft des Konzerns wird früher oder später mit diesen Themen und diesen Umgangsformen konfrontiert werden.“

Inzwischen sind bei den Beschäftigten von Hasse & Wrede sowie KB PowerTech rund ein Dutzend Solidaritätsadressen aus den Betriebsräten Berliner Metallbetrieben eingegangen. Sie sprechen für viele tausend Berliner Metallerinnen und Metaller, die mit dem System Knorr-Bremse nicht einverstanden sind.
 

Mehr Informationen:



Aktuelles

Pinnwand







Mein Leben - Meine Zeit

  • Sabine Dziewior

    Vorsitzende Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei Hach Lange Berlin

    „Ich wünsche mir mehr Zeit zum Leben. Schichtarbeit schränkt mein Privatleben sehr ein und entfernt mich von meinen Freunden.“

    mehr...
  • Dirk Scheller

    Betriebsrat und Vertrauensmann bei GKN Driveline Mosel in Zwickau

    „Es ist ungerecht, dass meine Kollegen im Westen 27 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch 156 Stunden weniger arbeiten für das gleiche Geld!“

    mehr...
  • Ayse Harman

    Betriebsrätin bei Procter & Gamble Berlin

    "Wir brauchen feste Grenzen für den Aufbau von Mehrstunden, dann können wir auch für mehr Arbeitsplätze eintreten, mehr Kolleginnen und Kollegen einstellen. Gute Regelungen machen Sinn."

    mehr...
  • Christian Joachim

    Vertrauensmann bei Rolls Royce in Dahlewitz

    „Wer am Wochenende und in Nachtschichten arbeitet, braucht einen besseren Freizeitausgleich.“

    mehr...
  • Jörg-Michael Kutz

    Vertrauenskörper-Leiter bei Procter & Gamble in Berlin

    „Flexibilisierung darf keine Einbahnstraße sein. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss in allen Lebensphasen möglich sein.“

    mehr...