Teilnehmerinnen und Teilnehmer der dritten Qualifizierungsreihe

Im Mittelpunkt steht die Arbeit an einem eigenen Projekt. Die Projektideen sind vielfältig: Von einer Betriebslandkarte für Werkverträge über die Aktivierung der Vertrauensleutearbeit bis zu Ansprachekonzepten für Angestellte oder Leiharbeitskollegen, Strukturveränderungen im Betrieb mitgestalten. Diese kleine Zusammenstellung aus dem dritten Durchgang der Qualifizierung soll über die Projekte informieren, die mit der Qualifizierung entwickelt wurden.


"Soziale Woche": Julia Berthold - VW Sachsen GmbH

Julia Berthold. Foto: Annette Hornischer
Julia Berthold

Für die Azubis des dritten Ausbildungsjahres soll eine soziale Woche ins Leben gerufen werden. Wir wollen, dass die Azubis einmal über den Tellerrand schauen und wir so gemeinsam die Sozialkompetenz fördern können. Sie sollen ihre eigenen Erfahrungen sammeln und diese weitergeben, um auch bei anderen ein besseres Bewusstsein zu wecken.

 

Mittlerweile hat die Projektwoche das erste Mal vom 29. August bis 2. September 2016 stattgefunden. Am Anfang der Woche gab es eine kleine Einführung in das Thema. Danach waren die Azubis in den verschiedenen sozialen Einrichtungen und konnten in die unterschiedlichsten Bereiche hineinschnuppern: von Tafel, Malteser, Deutsches Rotes Kreuz, Haus Kinderland und die Partner Werkstätten Menschen mit Behinderung. Am Ende der Woche stellten die Azubis ihre vorbereiteten Präsentationen vor. Sehr beeindruckend und emotional berichteten sie von ihren Eindrücken und Erfahrungen aus dem Projekt. Die Woche war ein voller Erfolg, so dass wir von der Unternehmensleitung hörten, dass auch in den nächsten Jahren eine Soziale Woche stattfinden wird.

 

 

Julia Berthold, arbeitet als Industriemechanikerin bei Volkswagen Sachsen GmbH im Motorenwerk Chemnitz. Seit 2010 Mitglied der JAV und seit 2014 Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung, Delegierte der IG Metall Chemnitz.

 

Zur Qualifizierung:

 

„Die Projektreihe kann ich jedem nur empfehlen. Sie bringt einen in der persönlichen Entwicklung ein großes Stück weiter. Die verschiedensten Themen helfen auch im Alltag, besser mit schwierigen oder neuen Situationen umzugehen. Der Austausch untereinander ist immer sehr spannend und gut für die eigene Arbeit im Betrieb."


"VL Strukturen Etablieren": Thomas Urbanek - Schedl Automotive System Service

Thomas Urbanek: Foto: Annette Hornischer
Thomas Urbanek

Das Projekt nimmt sich vor, Vertrauensleute bei uns im Betrieb zu etablieren. Wir wollen unseren Organisationsgrad erhöhen, damit wir einen Tarif erkämpfen können. Dazu gehörte, unser Mapping zu aktualisieren und die weißen Punkte bei uns ausfindig zu machen. Im März haben wir Vertrauensleutewahlen durchgeführt.

 

Thomas Urbanek, arbeitet bei Schedl Automotive in Leipzig als Produktionsmitarbeiter im Bereich Ersatzmarkt (weltweite Händlerbelieferung mit Kompletträdern und Einzelteilen BMW). Er ist Betriebsratsvorsitzender und engagiert sich darüber hinaus vielfältig in der IG Metall.

 

Zur Qualifizierungsreihe:

 

"Junge Aktive gefällt mir wegen der Vielfalt der Inhalte, wie beispielsweise Rhetorik und Konfliktmanagement, weil es mich stärkt und mir viel Handwerkszeug mit auf den Weg gibt, um erfolgreicher aktiv zu sein."


"Vertrauensleutearbeit attraktiver gestalten": Dennis Demir und Bojan Westphal - Mercedes Benz Werk Marienfelde

Bojan Westphal und Dennis Demir. Foto: Annette Hornischer
Bojan Westphal und Dennis Demir

Das Projekt "Vertrauensleutearbeit attraktiver gestalten" hat das Ziel, mehr Metallerinnen und Metaller für dieses Ehrenamt zu begeistern. Hierzu haben wir uns eine Halle auf unserem Werksgelände ausgesucht und erstmal einen Plan erstellt, wie die Halle aufgebaut ist (Hallenplan und Pausenräume und Montageband usw.).

 

Die Idee war, herauszufinden, wo sind unsere IG Metaller und wo sind unsere weißen Flecken. Wir haben mit dem Bereichsbetriebsrat eine Excel-Tabelle erstellt. Dabei ist uns aufgefallen, dass einige Kolleginnen und Kollegen aus anderen Standorten unseres Konzerns noch nicht auf unserer Geschäftsstelle umgeschrieben waren, und wir konnten durch gezieltes Ansprechen innerhalb der weißen Flecken wieder neue IG Metall-Mitglieder für uns gewinnen.

 

Das war aber nur ein Nebeneffekt unseres eigentlichen Projekts die Vertrauensleutearbeit attraktiver gestalten. Wir haben Bereichsvertrauensleute-Versammlungen durchgeführt, unseren Vertrauensleuten dabei den aktuellen Stand des Projektes vorgestellt und mit den aktuellen Vertrauensleuten im Bereich nach möglichen neuen Vertrauensleuten gesucht. Wir werden in Zukunft unsere Bereichsvertrauensleute noch stärker miteinbeziehen und ihnen Stück für Stück mehr Verantwortung übertragen, so dass sie dieses Projekt übernehmen und auf alle anderen Bereiche im Werk übertragen können.

 

Dennis Demir, Daimler AG in Mercedes-Benz Werk Berlin, Anlagenführer an mehreren Robotern und in der Vertrauenskörperleitung, zur Qualifizierung:

 

"Am besten haben mir die Gast-Referenten gefallen. So hatten wir viele Einblicke und haben neue Arbeitstechniken kennengelernt. Alles in allem wahrscheinlich eine der besten Angebote für Qualifizierung der IG Metall. Ich würde jederzeit wieder mitmachen und es auch jedem Aktiven empfehlen."

 

Bojan Westphal, arbeitet im Mercedes-Benz Werk Berlin und ist Leiter des Vertrauenskörpers am Standort und nachrückender Betriebsrat. Bojan sagt zur Qualifizierung:

 

„Besonders gut gefällt mir das Zusammenspiel der Referentinnen Susanne Haft und Brigitte Bey. Da die beiden immer den zu vermittelnden Stoff mit praxisnahen Beispielen unterlegen, bekommt man ein besonders gutes Gefühl dafür, wie das Erlernte in die Praxis umgesetzt werden kann. Zudem ist vorteilhaft, dass wir oft zusammen kommen. So können wir den Projektstand einander vorstellen und uns gegenseitig Tipp und Tricks geben, wie wir es besser machen können. Ich würde mir für die nächsten Durchgänge wünschen, dass die Bausteine Betriebswirtschaft und Führen von Gremien aufgenommen werden."


"ABC für Vertrauensleute": Kathrin Schmidt und Sven Buhr, Porsche Leipzig

Kathin Schmidt und Sven Buhr. Foto: Annette Hornischer
Kathrin Schmidt und Sven Buhr

Unser Projekt "ABC für Vertrauensleute" beinhaltet die Erstellung einer Arbeitsmappe für alle Vertrauensleute im Betrieb. Darin enthalten sind neben diversen Printerzeugnissen der IG Metall (Kurzform BetriebsVerfassungsGesetz, Handlungshilfe für Vertrauensleute, Haustarifvertrag) auch eine kompakte Version aller Betriebsvereinbarungen der Porsche Leipzig GmbH, ein Zeitstrahl mit allen gewerkschaftlichen Errungenschaften im Betrieb und die Organigramme von Betriebsrat und Vertrauenskörper.

 

Unser Ziel ist es, jeder Vertrauensperson dasselbe Basiswissen zur Verfügung zu stellen, um so im Betrieb schneller und kompetenter auf Fragen der Mitglieder antworten zu können.

 

Das Projekt „ABC für Vertrauensleute“ soll eine Erleichterung und Arbeitshilfe für alle unsere Vertrauensleute im Betrieb sein. Wir haben eine Art Inhaltsverzeichnis und Kurzfassung aller Betriebsvereinbarungen zusammengestellt sodass alle VL schnell und kompetent antworten können, wenn Fragen aus der Belegschaft kommen.

 

Wir arbeiten auch an einem Zeitstrahl für unsere IG Metall-Wände im Betrieb. An diesen wird dargestellt, was wir mit der IG Metall erreicht haben. Themen wie Leiharbeit, Entgelte und Verbesserungen für die Belegschaft finden sich dort. Unser Ziel ist es, die Vertrauensleute gut zu informieren, durch den Zeitstrahl ein Medium zu finden, mit dem die guten Erfolge dargestellt werden, auch um neue Mitglieder zu gewinnen.

 

Kathrin Schmidt arbeitet seit 2002 als Fertigungsmitarbeiterin bei Porsche Leipzig. Sie ist Mitglied der Vertrauenskörperleitung und engagiert sich ehrenamtlich in der Bezirkskommission. Kathrin zur Qualifizierungsreihe:

 

"Das Geniale an der Qualifizierungsreihe "Junge Aktive" ist, das man in so vielen Bereichen (Projektplanung, Rhetorik, Öffentlichkeitsarbeit, Verhandlungstechniken, Konfliktmanagement) geschult wird. Das lockert die Seminarreihe auf, weil man nicht ständig mit seinem Projekt beschäftigt ist und somit zwischendurch den Kopf frei bekommt. Nahezu spielerisch lernt man auch sein eigenes Verhalten in bestimmten Situationen kennen und wie man seine Stärken besser nutzen kann. Ich denke, jede Seminarreihe ist auch anders, weil immer auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen wird. Mir persönlich fehlte oft die Zeit tiefer in die Thematik einzutauchen, aber das kann man wohl von einem kompakten Seminar nicht erwarten."


Sven Buhr arbeitet als Fertigungsmitarbeiter bei Porsche Leipzig und ist Vertrauensmann. Sven zur Qualifizierungereihe:

 

"Die freie Themenwahl für das Projekt, finde ich sehr gut. Die Projektblöcke waren alle toll und die interessanten Praxisgäste waren sehr gut gewählt. Aktuell kann ich nur Positives berichten, da jegliche Art von Weiterbildung ein richtiges und wichtiges Zubrot für mich (und alle Vertrauensleute) ist und persönlich hoffe ich, dass es immer möglich ist, an solchen Reihen und Weiterbildungen teilzunehmen."



Gruppen

Pinnwand







Mein Leben - Meine Zeit

  • Joshua Matheis

    Siemens Schaltwerk Berlin – arbeitet im Ortsvorstand der IG Metall Berlin, im OJA-Leitungsteam, BJA-Leitungsteam und mehr

    „Für mich ist die Angleichung der Wochenarbeitszeit das wichtigste Thema. Für mich ist das Gerechtigkeit.“

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  • Egon Speck

    Vertrauensmann im Volkswagen Sachsen Fahrzeugwerk Zwickau

    „Es gibt noch andere Dinge als Arbeiten, deshalb 35 Stunden-Woche!“

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  • Cornelius Neubert

    Vertrauenskörperleiter bei Mahle in Freiberg

    „Die Stunden auf den Arbeitszeitkonten dürfen nicht überhand nehmen. Es ist besser, neue Arbeitsplätze zu schaffen, um so die Konten und die Menschen zu entlasten.“

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  • Mathias Martens

    Betriebsratsvorsitzender bei Gestamp Umformtechnik in Ludwigsfelde

    „Schichtarbeit so zu regeln, dass sie vereinbar ist mit der Familie, ist eine große Herausforderung.“

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  • Kristin Oder

    Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei VW Sachsen in Zwickau

    „Junge Menschen finden einen besseren Zugang zur Berufsausbildung: Das ist nur ein positiver Aspekt, den die Verkürzung der Arbeitszeit und die damit verbundene Umverteilung von Arbeit mit sich bringt.“

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