9. September 2010: Bezirkliche Fachtagung "Frauen - gleich gestellt!?" im BMW-Werk Leipzig

Etwa 40 Betriebsrätinnen trafen sich im BMW-Werk Leipzig, um gemeinsam über konkrete Schritte zur Gleichstellung von Frauen in den Betrieben zu diskutieren.

Jutta Ehlers von der IG Metall Bezirksleitung eröffnete die 1. Betriebsrätinnen-Tagung des Bezirks.

 

Jenny Huschke vom DGB-Bundesvorstand verdeutlichte anhand von Beispielen und Zahlen aus der geschlechtsspezifischen Forschung, warum „Frauen mehr wert“ sind.

 

In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass es schon viel Engagement in den Betrieben gibt, dass aber auch viele konkrete Maßnahmen und Unterstützungsangebote von Gewerkschaften und Politik durch die Unternehmensvertreterinnen eingefordert werden.

 

 

Im Anschluss stellte Mechthild Kopel (Wert.Arbeit GmbH, Berlin) ein konkretes kostenfreies Unterstützungsangebot für Betriebsräte im Rahmen des Projektes „Balance von Beruf und Familie/Privatleben in Sachsen“ vor (gemeinsames Projekt der IG Metall BBS und der Wert.Arbeit GmbH, Berlin: www.balance-in-sachsen.de).

 

Sie betonte dabei, dass Familienfreundlichkeit aktuell auf der gesellschaftlichen Agenda steht, was sich u.a. in der derzeitigen Medienaufmerksamkeit zeigt, die das Thema genießt.

Das Thema Balance von Arbeit und Privatleben ist eng verknüpft mit arbeitspolitischen Fragen in den Unternehmen, da besonders oft Frauen in der Verantwortung für Pflege von Angehörigen sowie Kinderbetreuungsaufgaben stehen, was sich heute noch allzu oft auf Aufstiegs- und Karrierechancen auswirkt. Hier brauchen die betrieblichen Interessensvertretungen aktive Unterstützung.

 

Abschließend stellte Ute Hass, Betriebsratsvorsitzende im Mercedes-Benz Werk Berlin, das aktive Gleichstellungsmanagement des Konzerns Daimler AG vor, das durch ein konkretes Controlling-Instrument in den Betrieben unterstützt wird. Mit dem Instrument lässt sich genau prüfen, wie viele Frauen und Männer in verschiedenen Bereichen arbeiten und welche Führungspositionen von Frauen besetzt sind. Entspricht der Anteil nicht dem in der Betriebsvereinbarung bestimmten Minimum, werden entsprechend Anzeigen geschaltet. Damit wurde deutlich, wie das Thema Gleichstellung auch aktiv in den Betriebsalltag integriert werden kann.


10. September 2010: Stellungnahme zur geplanten Familienpflegezeit und Initiative "flexible Arbeitszeiten" von Ministerin Kristina Schröder

Aus dem neuen Familienmonitor 2010 des Allensbach-Instituts geht hervor, dass Beschäftigte sich vor allem mehr Zeit für ihre Familien wünschen.

 

Familienministerin Kristina Schröder nahm dies zum Anlass, um in einer Pressemitteilung auf die von ihr geplante Familienpflegezeit und die Initiative "flexible Arbeitszeiten" hinzuweisen.

 

Der Fachbereich Frauen- und Gleichstellungspolitik der IG Metall kritisiert in einer Stellungnahme, dass mit der geplanten Familienpflegezeit die Probleme weiterhin individualisiert werden.

 

"... wieder einmal sollen Frauen die bestehenden und sich neu auftuenden Lücken füllen. Damit werden tradierte Rollenbilder zementiert. Denn es sind zu 75 Prozent Frauen, die die Pflege der Angehörigen neben dem Beruf ausführen. Und damit häufig gezwungen, ihre berufliche Existenz aufs Spiel zu setzen.

...

Dieses Modell benachteiligt Menschen mit geringem Einkommen, die sich einen Lohnabschlag von einem Viertel schlicht nicht leisten können. Die Konsequenzen treffen die Frauen in besonderer Weise im Hinblick auf die Einkommenssituation."

 

Des weiteren begrüßen die IG Metall Frauen die Initiative zum Thema Arbeitszeit, weisen aber darauf hin, dass die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, dass verbindliche gesetzliche Regelungen notwendig sind.

 

Stellungnahme der Frauen in der IG Metall als pdf