Tischlerhandwerk

Berliner Tischlerhandwerk: "Es reicht (nicht)!"

  • 13.10.2017
  • mw-aw
  • Aktuelles, Jugend/Azubis, Holz und Kunststoff, Handwerk

Unter den Auszubildenden im Berliner Tischlerhandwerk rumort es. Nach einer Umfrage einer Aktiven-Gruppe bei mehr als 300 Auszubildenden in Berlin halten 75 Prozent der Befragten die Ausbildungsvergütung für nicht ausreichend.

Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

 „Ohne Zuschüsse von Eltern und Staat komme ich nicht einmal ansatzweise über die Runden“, so ein Auszubildender im Tischlerhandwerk. „Ein Unding in der heutigen Zeit. Alle reden von Fachkräftemangel, doch (finanziell) attraktive Ausbildung bieten die wenigsten.“

 

Der letzte Tarifabschluss über Ausbildungsvergütungen mit der Tischlerinnung Berlin war im Jahr 2014. Durch regelmäßige Tarifsteigerungen sind viele Handwerksbranchen in Berlin davongezogen. Hier nur einige Beispiele:

 

Ausbildungsvergütungen im ersten Ausbildungsjahr:

 

Tischlerhandwerk    507,- Euro


Elektrohandwerk     610,- Euro


Kfz-Handwerk         620,-  Euro


Metallhandwerk       630,- Euro

 

„Der Tarifvertrag mit der Tischler-Innung 2014 war ein Meilenstein. Erfolgreich durchgesetzt mit der Beteiligung vieler Azubis“, erinnert sich Burkhardt Bildt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin. „Doch wer stehen bleibt, wird irgendwann immer überholt. Wir werden die Tischler-Innung auffordern, sich dem Thema Ausbildungsvergütung zu stellen.“

 

In der Umfrage wurde sehr deutlich, dass viele Auszubildende erheblichen Verbesserungsbedarf in der Durchführung und Organisation der Ausbildung sehen. So spielt bei 56 Prozent der Befragten der Ausbildungsplan kaum eine, bzw. gar keine Rolle in der Ausbildung. Jeder vierte Azubi bekommt geleistete Überstunden weder angerechnet noch bezahlt und ein Drittel hat das Gefühl für ausbildungsfremde Zwecke ausgenutzt zu werden.


„Natürlich ist es für Betriebe und Ausbilder auch nicht leicht eine gute Ausbildung zu garantieren. Aber wer morgen gute Arbeitskräfte im Handwerk will, muss heute investieren. Da sehen wir die Innung und die Ausbildungsbetriebe in der Pflicht, die Ausbildungsqualität angemessen zu verbessern. Das heißt: sozial, inhaltlich und finanziell!“, so ein Auszubildender im Tischlerhandwerk.

 

Die Aktiven-Gruppe will dranbleiben, informieren und sich für die Auszubildenden weiter stark machen. Sie lädt ein, sich einzuklinken und für bessere Bedingungen zu streiten.

 

Zähne zeigt, wer den Mund aufmacht!

 

Kontakt zur Gruppe über die IG Metall oder tischler.azvdon't want spam(at)gmail.com



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