Jugend: Kampagne "modern.bilden."

Für eine bessere Ausbildung

  • 08.09.2017
  • igm
  • Aktuelles, Jugend/Azubis

Mit ihrer Kampagne "modern. bilden." will die IG Metall Jugend erreichen, dass alle eine gute Ausbildung bekommen. Dazu sprechen Auszubildende und dual Studierende mit Politikern und erklären ihnen, was besser werden muss. Damit haben sie schon einiges bewegt.

© Fotolia/Ehrenberg

Die IG Metall Jugend tritt mit ihrer Kampagne "modern.bilden." für eine bessere Ausbildung an. Es geht um Ausbildungsqualität, Chancengerechtigkeit und Rechtssicherheit. Dazu fordert die IG Metall Jugend Verbesserungen im Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildungsqualität für die Auszubildenden und die dual Studierenden soll verbessert und die gesetzliche Grundlage entsprechend novelliert werden.
Das Berufsbildungsgesetz regelt, welche rechtlichen Mindestanforderungen Ausbildungsbetriebe erfüllen müssen. Etwa dass sie sich an die Ausbildungsrahmenpläne der einzelnen Berufe halten und geeignete geprüfte Ausbilder haben müssen.

Ausbildungsinhalte kommen zu kurz


Doch viele Betriebe halten sich nicht daran. Viele Auszubildende müssen etwa Botengänge machen oder Kaffee kochen. Ausbildungsinhalte kommen zu kurz. Diese Inhalte müssen die Auszubildenden dann in ihrer Freizeit nachholen.


Besonders hapert es an der Qualität vieler Berufsschulen. Es fehlt an technischer Ausstattung und an Lehrern. Ausbildungsinhalte bleiben auf der Strecke. Die IG Metall Jugend drängt mit ihrer Kampagne darauf, die Ausbildungsqualität zu erhöhen. So soll es etwa eine Freistellung aller Auszubildenden an Berufsschultagen geben. Außerdem macht sich die IG Metall Jugend stark für die unbefristete Weiterbeschäftigung ausgebildeter Fachkräfte. Wo dies nicht geht, soll es feste Ankündigungsfristen bei geplanter Nichtübernahme geben. Zudem sollen die Berufsschulen ihre Lehrpläne besser mit den Betrieben abstimmen, damit Ausbildungsinhalte zur gleichen Zeit unterrichtet werden.

Mehr Rechte für dual Studierende

Das BBiG gilt derzeit nur für Auszubildende, nicht aber für dual Studierende, die ebenfalls imBetrieb lernen. So können Arbeitgeber mit den Studierenden machen, was sie wollen - und bezahlen, was sie wollen. Es sei denn, es gibt einen Tarifvertrag, der speziell für dual Studierende abgeschlossen wurde.

Deshalb fordert die IG Metall Jugend, dass dual Studierende ins BBiG integriert werden, damit auch sie gesicherte Rechte und Qualitätsstandards haben. Zudemsollen für sie die normalen Tarifverträge gelten.

Junge reden mit Politikern

Die IG Metall Jugend redet mit Politikern, damit sie nach der Bundestagswahl handeln. Das übernehmen die Betroffenen selbst. Auszubildende und dual Studierende sprechen gezielt die Fachleute für Berufsbildung unter den Abgeordneten an und laden sie zu Diskussionen ein.

Die 23-jährige Michelle Levering sagt: "Wir haben unsere Abgeordneten von CDU und SPD, beides Bildungsfachleute, eingeladen und mit ihnen diskutiert." Dies einmal in der IG Metall-Geschäftsstelle in Hagen und ein zweites Mal bei einer Jugendversammlung in der Stadthalle. Mit der örtlichen IG Metall-Bezirksjugend hat die junge Metallerin außerdem eine Bühne vor dem Parteitag der Grünen aufgebaut und gezielt die Bildungsexperten angesprochen.

Michael Schmitzer, Ressortleiter der Jungen IG Metall: "Wir haben unsere Themen bei allen Parteien, außer der AfD, verankert, teilweise auch in den Wahlprogrammen. Alle Parteien sehen ein, dass dual Studierende ins BBiG integriert, die Berufsschulen besser ausgestattet und die Qualität der Ausbildung gestärkt werden müssen."

 

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