Statement

Kristin Oder

Jugend- und Auszubildendenvertreterin bei VW Sachsen in Zwickau

„Junge Menschen finden einen besseren Zugang zur Berufsausbildung: Das ist nur ein positiver Aspekt, den die Verkürzung der Arbeitszeit und die damit verbundene Umverteilung von Arbeit mit sich bringt.“

Die „35“ ist für mich eins der wichtigsten Themen. Ich finde, die 35-Stunden-Debatte ist eine Gerechtigkeitsdebatte. Bei einer 38-Stunden-Woche arbeite ich grob überschlagen einen Monat länger als meine Kollegen im Westen oder als die, die schon eine 35-Stunden-Woche haben. Das ist einfach ungerecht. Wenn ich weniger arbeite, bedeutet das für mich mehr Freizeit. Ich finde, es reicht als Begründung: „Ich habe für mich mehr Zeit!“. Davon kann ich in den Urlaub fahren, meine Freunde treffen oder andere Dinge tun.

Wenn jeder weniger arbeitet, die Arbeit aber nicht weniger geworden ist, könnten neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt werden. Das würde alle entlasten. Wenig oder viel arbeiten, hat nicht mit Jung oder Alt zu tun. Jeder kann mehr Zeit brauchen.

Wenn die Arbeit anders verteilt wird, werden mehr junge gut ausgebildete Menschen gebraucht. Die Jugend ist unsere Zukunft!

Im VW Sachsen Fahrzeugwerk Zwickau fertigen rund 8.000 Beschäftigte Passat, Golf und Karosserien für Bentley.