Statement

Robert Döring

stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei BMW Leipzig und Vertrauenskörper-Leiter

„Zu viele Samstags-Schichten belasten das Familienleben und schaden dem Privatleben. Flexibilität muss ihre Grenzen haben.“

Unsere Belegschaft ist stark von der Schichtarbeit betroffen. Wir arbeiten in mehreren Schichten: Spätschicht, Nachtschicht, Frühschicht und Wechselschicht. Wir arbeiten samstags und wir merken immer wieder, dass mit einer 38-Stunden-Woche die Verteilung schwieriger ist. Für die Schichtgestaltung wäre die 35-Stunden-Woche deutlich besser.

Bei einer Samstags-Schicht sind es sechs Tage Arbeit, meistens sind davon vier Tage mit Arbeit belegt. Bei vier Tagen müssen wir 9,5 Stunden am Tag arbeiten. Also machen wir Minus-Stunden. In Folge muss ich eine Zusatzschicht machen – und dadurch bin ich wieder fünf Tage im Werk. Ich habe also lange Arbeitszeiten, muss Ausgleichsschichten fahren.

Das Werk Leipzg ist sehr flexibel, das muss aber auch seine Grenzen haben. Bei uns ist die Samstags-Arbeit ein großes Thema. Wir haben generell nichts gegen die Arbeit an einem Samstag, aber die Frage ist: Wie oft komme ich samstags in Werk? Samstags und sonntags spielt sich zuhause das Leben ab. Wenn ich also oft am Samstag arbeite, habe ich zwar unter der Woche manchmal frei, aber das schadet meinem sozialen Umfeld.  

Ein Samstag im Monat ist zu verkraften, aber zwei Samstage im Monat – das wird schon kritisch. Drei sind schon schlimm. In unserem Werk haben wir eine Zuliefererkette um uns herum. Das heißt, wir müssen immer schauen, wann bekommen wir ein Teil, um das Auto weiterbauen zu können.
Im Gespräch mit den Betriebsräten der Zuliefererbetriebe hören wir, dass es massive Probleme gibt, wenn wir unsere Arbeitszeit ändern. Wenn wir wegen einer Störung mal eine halbe Stunde länger arbeiten müssen, trifft das auch die Zuliefererbetriebe.

Es ist Zeit, das Thema anzugehen. Es ist definitiv auch notwendig, das Thema anzugehen. Nur gemeinsam – also auch mit den Werkvertragsfirmen – und mit anderen Bezirken können wir das Thema „35“ angehen.