Statement

Tilo Sauer

Betriebsrat bei Vodafone Bautzen

„Meine Zeit für meine Familie!“

Wir arbeiten im Call-Center bei uns in der rollenden Woche – mit flexiblen Zeiten. Wir haben ein sogenanntes Schicht-Modell „Wunsch“ laut vorgegebenen Rahmenzeiten. Mit einem Vorlauf von zwei bis drei Monaten geben wir unsere Wunschschichten ein. Die Schichten werden dann verlost, die zu 80 Prozent gewonnen werden. Individuelle Lösungen werden mit dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat nach Möglichkeit vereinbart.

Für junge Kolleginnen und Kollegen mit Kindern oder ältere, die ihre Angehörigen Pflege, ist es eine Herausforderung, die Schichten zu planen. Das Unternehmen kommuniziert nach außen: Wir sind 24 Stunden für Euch da. Das hat natürlich zur Konsequenz, dass wir als Arbeitnehmer das ermöglichen.
 Vor drei Jahren gab es bei uns im Unternehmen eine Arbeitszeiterhöhung. Von 38,5 Stunden wurde unsere Arbeitszeit auf 40-Stunden pro Woche erhöht. Das finde ich sehr negativ. Ich finde, wir könnten unsere Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche absenken. Das ist das skandinavisch-schwedische Modell.

Bei uns in der Firma werden Teilzeit-Lösungen gut angenommen. Es ist natürlich eine Frage der Finanzen: Kann ich es mir leisten, weniger zu arbeiten? Mein Ziel ist: 30 Stunden für alle bei voller Bezahlung. Auch mehr Urlaub wäre sinnvoll. 35 Tage im Jahr.

Bei Vodafone in Bautzen arbeiten 380 Beschäftigte in einem Call-Center, das unter anderem technischen Support bietet.