Statement

Jens Köhler

Betriebsratsvorsitzender BMW Leipzig

„Es ist dringend erforderlich, dass wir das Thema 35-Stunden-Woche im Osten jetzt wieder auf die Bahn bringen. Aus meinem Betrieb weiß ich: Die Leute stehen dazu.“

Arbeitszeitkonten haben wir bei BMW schon länger. Sie werden in erster Linie vom Arbeitgeber als Steuerungselement genutzt. Das die Kolleginnen und Kollegen individuell ihre selbstbestimmt ihre Zeitguthaben abbauen können ist schwierig.

Flexible Arbeit ist heutzutage notwendig, um hochwertige Industriearbeitsplätze in Deutschland zu halten. Aber die Einseitigkeit, dass die Arbeitgeber bestimmen, was Flexibilität bedeutet - insbesondere bei der Kurzfristigkeit von Schichtplanänderungen oder Wochenendarbeit- da müssen wir zusammen mit der IG Metall Regelungen finden.

Wir müssen Schichtsysteme finden, bei denen die Menschen weniger am Wochenende arbeiten. Da heißt Verteilung der Arbeit auf mehr Leute, eventuell auch mehr Teilzeitverhältnisse. Wir wissen, dass Kollegen/-innen bereit sind kürzer zu arbeiten oder auch mal samstags zu arbeiten, wenn sie dafür genügend freie Tage in der Woche haben. Die Arbeit muss umverteilt werden. Die klassischen Schichtsysteme, die in den 80er Jahren entwickelt wurden, greifen heute nicht mehr.

In Leipzig bei BMW arbeiten rund 5500 Stammbeschäftigte.