Metaller machen mobil für Standort Deutschland: Siemens kein Sanierungsfall!

  • 09.06.2015
  • md
  • Aktuelles, Bildergalerie, Metall-/Elektro, Gruppen

Die Metaller bei Siemens machten am Dienstag mobil gegen die Kahlschlag-Strategie der Konzernführung, die Tausende Arbeitsplätze kosten könnte. Zusammen mit dem „Transformationsprogramm PG 2020“ würden von dem in Deutschland geplanten Stellenabbau allein 800 Beschäftigte in Berlin ihre Arbeit verlieren. Im Schaltwerk stellt Siemens weitere 600 Arbeitsplätze auf den Prüfstand. Das brachte in Berlin insgesamt 3 200 Metaller auf die Straße. Zusätzlich von Abbauplänen betroffen sind 210 Jobs in Görlitz, 35 in Dresden sowie 64 in Freiberg. An der gemeinsamen Kundgebung in Görlitz nahmen 750 Beschäftigte teil.

Fotos: Christian von Polentz, transitfoto.de (2)

Wolfgang Wittchen (2)

»Keine betriebsbedingten Kündigungen!« forderte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, vor 1 500 Metallerinnen und Metallern in Berlin. Das Unternehmen gefährde mit kurzsichtigen Gewinn-Strategien seine Zukunft, warnte der Gewerkschafter. Investitionen in Innovation und Ausbildung seien das Gebot der Stunde.

 

»Wir brauchen Innovation und Motivation statt Kostendebatte und Personalabbau«, sagte Birgit Steinborn, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, auf einer Kundgebung in Berlin. »Siemens«, so Steinborn, »ist kein Sanierungsfall, sondern macht solide Gewinne.«

 

 »Wir werden wie die Bären um unsere Arbeitsplätze kämpfen«, kündigte sie an. Die IG Metall befürchtet den Abbau von 1 400 der 12 000 Siemens-Arbeitsplätze in Berlin, dem weltweit größtenProduktionsstandort und Gründungsort des Konzerns. Das ist mehr als bisher bekannt: Neben 800 Arbeitsplätzen, die im Gasturbinenwerk wegfallen sollen, stellt Siemens weitere 600 Arbeitsplätze im Schaltwerk auf den Prüfstand, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Klaus Abel.

 

Die gesamte Wertschöpfungskette müsse langfristig erhalten bleiben, sagte Steinborn und kritisierte Fehler des Managements beim Umbau des Konzerns. Nicht die Energiewende, die Politik oder andere Wettbewerber seien verantwortlich für Probleme, sondern eine »komplette Fehleinschätzung des Marktes und

eine überflüssige Margendiskussion«, sagte sie. 


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