Warnstreik

2. Warnstreik: Beschäftigte im Kabelwerk Meißen kämpfen für Tarifvertrag

  • 24.11.2020
  • igm-kk
  • Aktuelles

Zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen legten die Beschäftigten im Kabelwerk Meißen am 23. November ihre Arbeit nieder. Pünktlich um 13 Uhr traten die Kolleginnen und Kollegen in einen dreistündigen Warnstreik. Damit haben sie den Druck auf den Arbeitgeber erhöht, der weiter keinerlei Bereitschaft gezeigt hatte, über eine Tarifbindung zu verhandeln.

Mit einem zweiten Warnstreik haben die Beschäftigten im Kabelwerk Meißen den Druck auf den Arbeitgeber erhöht. Fotos: IG Metall

Eine Feuerwehrsirene heult auf, Feuerkörbe brennen, kämpferische Worte sind beim Warnstreik am 23. November aus den Lautsprechern zu hören: „Herr Balzer: Arbeiten Sie lieber mit uns statt gegen uns!“, ruft es aus den Reihen der Beschäftigten.

„Die andauernde Verweigerungshaltung der Geschäftsführung zeigt, weshalb die Arbeits- und Einkommensbedingungen in Sachsen denen in fast allen anderen Bundesländern weit hinterherhinken“, sagt Steven Kempe, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Riesa. „Wir haben hier im Kabelwerk Meißen eine Belegschaft, die zusammenhält und ein schwankendes Unternehmen durch Verzicht über Jahre mit aus einer misslichen Lage geführt hat. Jetzt, wo das Unternehmen wieder gut dasteht, vergisst die Arbeitgeberseite offensichtlich, was die Beschäftigten geleistet haben.“

Diesen Zustand wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht länger hinnehmen. Bereits am 9. November hatte die IG Metall Riesa ihre Mitglieder beim Kabelhersteller in Meißen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Da bis zum 23. November weiterhin keine Verhandlungsbereitschaft für eine Tarifbindung auf Arbeitgeberseite bestand, untermauerten die Beschäftigten ihre Forderung mit einem erneuten Warnstreik.

Zur Ausgangslage: Seit 2017 sind die Arbeits- und Einkommensbedingungen im Kabelwerk Meißen nicht mehr per Tarifvertrag für Neueinstellungen geregelt. Die Beschäftigten im Kabelwerk erhalten immer noch die Entgelte, die 2009 geregelt wurden. Denn über Jahre hatte sich der Arbeitgeber gegen eine Entwicklung des Tarifvertrags gewehrt. Seit Juni 2020 versucht die IG Metall deshalb, die Arbeits- und Einkommensbedingungen wieder per Tarifvertrag zu regeln. Der Arbeitgeber entzieht sich bisher diesen Verhandlungen.

Weitere Fotos vom 2. Warnstreik gibt es auf der Internetseite der IG Metall Riesa.

 


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