6. Warnstreik im Zahnradwerk Pritzwalk

24-Stunden-Warnstreik im Zahnradwerk Pritzwalk: Knecht Ruprecht liest Arbeitgeber die Leviten

  • 07.12.2021
  • vw
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Der Nikolaustag 2021 wird als ein ganz besonderer Tag in die Geschichtsbücher Pritzwalks eingehen: ab 6 Uhr morgens legte die Belegschaft des Zahnradwerks am 6. Dezember zum sechsten Mal die Arbeit nieder, um ihre Forderung nach einem fairen Tarifvertrag zu untermauern – mit einem ganztägigen Warnstreik.

Am Nikolaustag traten die Zahnradwerkerinnen und Zahnradwerker in Pritzwalk ab 6 Uhr morgens in einen 24-stündigen Warnstreik. Fotos (2): Volker Wartmann

Die Forderungen der Zahnradwerker sind unmissverständlich.

Diesmal traten die Früh-, Spät- und Nachtschicht bis zum 7. Dezember um 6 Uhr für 24 Stunden in den bisher längsten Warnstreik in dieser Tarifauseinandersetzung. Tatkräftig unterstützt wurden die Zahnradwerkerinnen und Zahnradwerker an diesem Tag nicht nur von Knecht Ruprecht. Auch zahlreiche Pritzwalkerinnen und Pritzwalker, Vertreterinnen des DGB-Kreisverbands Prignitz, IG Metall-Vertrauensleute von Alstom aus Hennigsdorf, Familienangehörige aller Generationen und Mitglieder des Ortsvorstands der IG Metall Oranienburg waren zum Zahnradwerk gekommen, um ihre Solidarität mit den Streikenden zu demonstrieren. Solidarische Grüße kamen auch vom Voith-Betriebsrat aus Heidenheim – Voith ist ein Kunde des Zahnradwerks. Der Betriebsrat ließ die Kolleginnen und Kollegen wissen, dass die Beschäftigten in Süddeutschland den Kampf der Zahnradwerkerinnen und Zahnradwerker für einen Tarifvertrag unterstützen.

Ein Höhepunkt des Streiktags war der Auftritt Knecht Ruprechts am frühen Nachmittag. Er zitierte ein bekanntes Gedicht von Theodor Storm in leicht abgewandelter Form, mit dem er den Beschäftigten aus dem Herzen sprach: „Von drauß vom Walde komm ich her, verehrte Arbeitgeber, wir wollen hier mehr … Wollen Sie denn die Urabstimmung? Nein? Dann kommen Sie doch zur Besinnung. Und nehmen Sie doch an, was ich Ihnen sag‘, Ihre Belegschaft hier will den Tarifvertrag …“ (Das Gedicht in voller Länge gibt es hier.) Anschließend verteilte Knecht Ruprecht leckere IG Metall-Lebkuchenelche an alle.

„Das Ziel der Beschäftigten ist, mit einem Tarifvertrag die Zukunft zu sichern – ihre eigene und die des Unternehmens “, stellte Stefanie Jahn, Geschäftsführerin der IG Metall Oranienburg-Potsdam, klar. „Ich betone gerne noch einmal in Richtung Gesellschafter: Lassen sie uns miteinander konstruktiv über ein Lösungsmodell reden, das zum Unternehmen und der Situation passt. Nehmen Sie ihre Beschäftigten endlich ernst und hören Sie ihnen zu. Die Vermeidung einer weiteren Zuspitzung des Konflikts liegt in Ihren Händen.“

Jahn hatte in der Vorwoche ein weiteres Mal mit der Geschäftsführung telefoniert. Aber diese sei noch immer zu keiner Annäherung bereit gewesen, so Stefanie Jahn. „Wir werden nicht lockerlassen und sind bereit, mit Euch die nächsten Schritte zu gehen“, sagte Jahn zu den Streikenden. „Es geht um die Sicherung Eurer Zukunft und der des Unternehmens.“ In Richtung Arbeitgeber betonte Jahn zum wiederholten Mal: „Dieses Ziel können wir nur gemeinsam erreichen.“

Mehr Informationen und weitere Fotos vom ganztägigen Warnstreik in Pritzwalk sind auf der  Internetseite der IG Metall Oranienburg-Potsdam zu finden.
 

 


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