20.11.2025 | Engagierte Metallerinnen und Metaller tauschen sich auf einer dreitägigen Aktivenkonferenz der IG Metall Berlin über die nötigen Weichenstellungen für eine gute Zukunft der Industrie aus. Am ersten Tag diskutierten IG Metall-Vize Jürgen Kerner und Bezirksleiter Jan Otto mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) über Industriepolitik.
Es geht um drängende Themen wie staatliche Förderung, Verlagerung von Entwicklung, Wohnen in Berlin, einheitliches Schulsystem in allen Bundesländern, Weiterbildung, Mobilitätskonzept für Berlin oder fehlende Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität. Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, machte den Kolleginnen und Kollegen Mut, sich zu wehren. „Wir verlieren derzeit bis zu 10.000 Industriearbeitsplätze im Monat, gut bezahlte tarifgebundene Arbeitsplätze. Und wir wissen alle, sind die erstmal weg, kommen sie auch nicht wieder. Wir wollen diesen Industriestandort erhalten und wir wollen die Demokratie stabilisieren. Das hat in meinen Augen auch etwas mit gut bezahlten, sicheren Jobs zu tun. Und wir müssen wieder gemeinsam für unsere Industriearbeitsplätze kämpfen. Wir waren zu ruhig, wir waren zu brav. Entweder wir schauen zu oder wir wehren uns!“
Jan Otto begrüßte die Metallerinnen und Metaller als Bezirksleiter und forderte einen Masterplan für Deutschland: Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam für unser Industrieland. „Die Industrieregion Berlin-Brandenburg hat alle Chancen, in zehn Jahren besser dazu stehen als viele sich das heute vorstellen. Wir haben hier ein riesiges Potenzial für Neuansiedlungen, das die Metropolregion noch besser nutzen muss. Dafür brauchen wir nicht nur eine aktive Industriepolitik und mehr öffentliche Investitionen zur Stärkung der Infrastruktur. Nötig sind auch Unternehmen, die sich zum Standort Ostdeutschland bekennen und hier investieren, statt stumpf Werke zu schließen und Arbeitsplätze zu verlagern. Wer die Chancen jetzt ergreift und auch antizyklisch investiert, wird morgen der Gewinner sein“, sagte er.
Staatliche Förderung an Bedingungen knüpfen
Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister von Berlin, sprach sich dafür aus, die europaweite Zusammenarbeit der Gewerkschaften zu stärken. „Nicht Arbeitsstandards und -kosten in Deutschland absenken, sondern schlechtere Arbeitsbedingungen im Ausland müssen an unser Niveau heran. Wir müssen vorangehen.“ Wegner unterstütze auch die stärkere Verknüpfung von staatlicher Förderung mit Bedingungen.
Mehr Informationen hier auf der Homepage der IG Metall Berlin.