Betriebsratswahlen starten am 1. März

Beschäftigte entscheiden über ihre Interessenvertreter beim Umbruch der Industrie

  • 28.02.2022
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  • Aktuelles

Mitten im historischen Umbruch der Industrie starten am Dienstag die Betriebsratswahlen. „Mit Eurer Stimme entscheidet Ihr, wer Eure Interessen beim grundlegenden Wandel Eurer Betriebe vertritt“, sagt IG Metall-Bezirksleiterin Birgit Dietze zu den Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen. „Geht wählen, damit starke Betriebsräte die Transformation durch Energiewende und Digitalisierung sozial gestalten können.“

Die alle vier Jahr stattfindenden Betriebsratswahlen kennzeichnen diesmal gleich mehrere Besonderheiten:

  • Zum ersten Mal können Beschäftigte ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben, zuvor war dies erst ab einem Alter von 18 möglich.
  • Noch immer prägt die Corona-Pandemie den Alltag und damit auch den Wahlkampf in den Betrieben – mit vielen Arbeitnehmern im Homeoffice, mit einem entsprechend hohen Anteil an Briefwählern und einem starken digitalen Austausch anstatt der direkten Ansprache. Nie zuvor fand eine Betriebsratswahl unter solchen Umständen statt.
  • An zahlreichen Standorten steht ein Generationenwechsel an, weil erfahrene und verdiente Betriebsräte nicht mehr antreten. Dafür rücken junge Kandidaten und Kandidatinnen mit neuen Ideen und Strategien nach.
  • Vor allem aber sind in den Betrieben die weitreichenden Veränderungen für die Metall- und Elektroindustrie durch den Umstieg auf E-Mobilität, durch Energiewende und Digitalisierung deutlicher denn je zu spüren. Den Betriebsräten kommt in einem sich immer schneller wandelnden industriellen Umfeld in den nächsten vier Jahren eine ganz besondere Verantwortung zu.

„Die Bedeutung dieser Betriebsratswahlen für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie ist kaum zu überschätzen“, sagt Birgit Dietze, Leiterin des IG Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen: „In den nächsten Jahren werden die Weichen für die Zukunft der Industrie in unserer Region gestellt. Wer spricht für die Belegschaften und wer setzt ihre Interessen durch, wenn sich die Industrie in den nächsten Jahren komplett neu aufstellt? Darum geht es bei der Betriebsratswahl 2022“, so Dietze. „Gerade in Ostdeutschland sind die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen auf starke Betriebsräte angewiesen. Sie brauchen engagierte und durchsetzungsfähige Interessenvertreter, wenn über ihre Arbeitsplätze in den Konzernzentralen in anderen Regionen entschieden wird.“

Betriebsräte vertreten laut Betriebsverfassungsgesetz die Interessen der Beschäftigten und überwachen, dass ihre in Gesetzen, Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen festgeschriebenen Rechte eingehalten werden. Sie kümmern sich um die richtige Eingruppierung und bestimmen mit über Arbeitsbedingungen. Zahlreiche Betriebsräte kämpfen an ihren Standorten um sichere Arbeitsplätze. Überall in Berlin, Brandenburg und Sachsen kümmern sie sich um sozialverträgliche Arbeitszeiten und die Qualifizierung für alle Beschäftigten.

Das Engagement der Betriebsräte bildet somit die Grundlage für eine demokratische Arbeitskultur, zusammen mit starken Gewerkschaften, mit Tarifverträgen für gute Löhne und Arbeitsbedingungen und einer Mitbestimmung der Arbeitnehmer*innen im Aufsichtsrat bei der strategischen Ausrichtung der Konzerne. Birgit Dietze: „Wir brauchen all diese Elemente dieser demokratischen Arbeitskultur, damit die Beschäftigten auch in Zukunft zu guten Bedingungen hier arbeiten können.“

 


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