Betriebsräte

Betriebsrat von Siemens Compressor Systems Leipzig für Betriebsräte-Preis nominiert

  • 18.07.2019
  • kk
  • Aktuelles, Betriebsräte

Die Nominierten für den Deutschen Betriebsräte-Preis 2019 stehen fest. Unter den Nominierten ist mit dem Betriebsrat von Siemens Compressor Systems aus Leipzig auch ein Gremium aus dem IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Nominiert für den Deutschen Betriebsräte-Preis 2019: der Betriebsrat von Siemens Compressor Systems Leipzig (im Bild Betriebsrat mit Ersatzmitgliedern) - Foto: privat

„Der Plagwitzer Weg – wenn kreatives Co-Management die betriebliche Zukunft sichern muss“ – so der Titel des Projekts, mit dem der Betriebsrat von Siemens Compressor Systems sich um den Deutschen Betriebsräte-Preis beworben und auch überzeugt hat. Denn aus den rund 80 Bewerbungen hat die Jury inzwischen eine Vorauswahl getroffen und zwölf Projekte nominiert. Vergeben werden drei Hauptpreise – Gold, Silber, Bronze – sowie drei Sonderauszeichnungen in den Kategorien „Fair statt prekär“, „Innovative Betriebsratsarbeit“ und „Veränderung gestalten“.

Kulturwandel und strategische Herangehensweise
„Der Plagwitzer Weg“ beschreibt den Prozess, der 2014 mit der Wahl eines neuen Betriebsrats im Plagwitzer Verdichterwerk der Siemens AG begann. Der Generationswechsel leitete gleichzeitig auch ein neues Selbstverständnis, neue Arbeitsweisen und einen modernen Auftritt ein. Der so etablierte Kulturwandel und die strategische Herangehensweise an Herausforderungen ermöglichte es dem Betriebsrat „in kürzester Zeit zahlreiche komplexe Themen erfolgreich umzusetzen“, wie es in der Bewerbung um den Betriebsräte-Preis heißt.

Organisationsgrad ist enorm gestiegen
Der neunköpfige Betriebsrat machte seine Arbeit sichtbarer und gestaltete sie transparenter. Die Betriebsratsmitglieder legen seither viel Wert auf durchgängige Präsenz, nutzen das „Siemens Social Netzwork“ oder geben einen BR-Newsletter heraus. Die engagierte Informationskampagne führte zu einem enormen Anstieg des gewerkschaftlichen Organisationsgrades um mehr als das Fünffache. So gestärkt gelang es, gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat das lokale Management zu überzeugen, die meisten der siemensüblichen übertariflichen Beschäftigungsbedingungen auch für den Standort Leipzig zu übernehmen. Zeitgleich, so heißt es in der Bewerbung, wurden Verhandlungen über die Angleichung der Arbeitsbedingungen an den Tarifvertrag Ost der IG Metall angestoßen. „Geräuschlos und effektiv mit ‚Gesichtswahrung auf beiden Seiten‘ wurde eine Standortlösung gefunden, die mit Übergangsfrist von fünf Jahren an den Flächentarifvertrag angleicht.“

Co-Management am Standort
Als das Siemens Management aus München im November 2017 ankündigte, den Standort in Leipzig zu schließen, organisierte der Betriebsrat gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, der IG Metall und weiteren Unterstützern aus Nachbarschaft, Politik und Wirtschaft einen „konstruktiven und kreativen Widerstand“. Der zeigte offenbar Wirkung: Im September 2018 verkündete das Unternehmen, dass „ein Verkauf des Werkes geprüft würde und von der Schließung bis auf weiteres abgesehen werde“.

„Wir verstehen zeitgemäße Betriebsratsarbeit als Co-Management am Standort, um Unternehmensentscheidungen zu beeinflussen und mitzugestalten“, sagt Thomas Clauß, Betriebsratsvorsitzender. „Das ist die Chance zur Zukunftssicherung.“

Nominierung für den Deutschen Betriebsräte-Preis ist eine Auszeichnung
Der Deutsche Betriebsratspreis ist eine Initiative der Fachzeitschrift „Arbeitsrecht im Betrieb“ und wird seit 2009 jährlich vergeben. Der Preis würdigt engagierte Betriebsratsarbeit und will das wichtige Engagement der betrieblichen Interessenvertretung in Deutschland öffentlich machen und nachhaltig unterstützen. Schon zu den Nominierten zu gehören, ist eine Auszeichnung.

Die nominierten Projekte bilden Jahr für Jahr ein Trendbarometer aktueller Themen der Arbeitswelt. Die Betriebe, aus denen sie kommen, stellen einen Querschnitt durch viele Branchen der deutschen Wirtschaft dar. Auf dem Betriebsräte-Tag in Bonn präsentieren die potenziellen Preisträgerinnen und Preisträger im „Parlament der Betriebsräte“ ihre vorbildlich angewandten Lösungen für betriebliche Herausforderungen als Praxisberichte im Plenarsaal.

Preisverleihung am 7. November in Bonn
Gelüftet wird das Geheimnis, wer die Preisträger sind, am 7. November im Alten Plenarsaal in Bonn. Im Rahmen des Deutschen Betriebsräte-Tags werden alle Preisträger und Nominierten in Anwesenheit von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der auch Schirmherr des Preises ist, offiziell geehrt. Erwartet werden an diesem Tag etwa 1000 Gäste aus der gesamten Bundesrepublik.

Weitere Infos zur Bewerbung des Siemens Kompressorenwerks gibt es hier.

Mehr Informationen zum Deutschen Betriebsräte-Preis, zu den Nominierten 2019 und zur Nomierung von Siemens Compressor Systems finden sich auf den Seiten des Deutschen Betriebsräte-Preises.