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Birgit Dietze ist die neue Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin

  • 20.11.2018
  • jb
  • Aktuelles

Ab 1. Januar 2019 steht mit Birgit Dietze erstmals eine Frau an der Spitze der IG Metall Berlin. Die Delegiertenversammlung wählte sie am Nachmittag mit 97 von 102 Stimmen zur Nachfolgerin von Klaus Abel.

Birgit Dietze wird ab 2019 an der Spitze der IG Metall Berlin stehen. Foto: Christian von Polentz

Um 18:35 Uhr stand das Ergebnis fest:  Ab 1. Januar wird Birgit Dietze als Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin die Interessen der 35.000 Berliner IG Metall-Mitglieder vertreten. Die frisch Gewählte bedankte sich nach ihrer Wahl bei den Delegierten für das gute Ergebnis: "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Euch allen."

 

Die 45-Jährige wird noch bis Ende des Jahres als Unternehmensbeauftragte des IG Metall Vorstandes für Volkswagen arbeiten, bevor sie ab 1. Januar 2019 das Amt der Ersten Bevollmächtigten der IG Metall antritt. In Ihrer Antrittsrede hatte sie sich bei ihrem Vorgänger Klaus Abel und der Zweiten Bevollmächtigten Regina Katerndahl für die gute Arbeit bedankt: „Ich übernehme eine sehr gut organsierte, fest in den Betrieben verankerte und in der Politik und bei den Sozialpartnern angesehene IG Metall Berlin“, sagte sie. Ihr Vorgänger Klaus Abel tritt nach vierzehn Jahren an der Spitze der IG Metall Berlin - als Erster oder Zweiter Bevollmächtigter - eine neue Aufgabe beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt an. Regina Katerndahl ist weiterhin Zweite Bevollmächtigte. Damit führt nun eine weibliche Doppelsitze die IG Metall Berlin in die Zukunft.

 

In ihrer Bewerbungsrede hatte sie vor den Delegierten ihre Schwerpunkte anhand der Themen Transformation, Arbeit und Mitglieder skizziert. Sie sagte, dass sich Politik, Tarif und Betrieb hier in Berlin hervorragend verbinden ließen - und warnte aber auch "vor dem, was sich da draußen zusammenbraut. Da müssen wir als Gewerkschaft aufklären und zum Erhalt der Gesellschaft beitragen." Birgit Dietze betonte, dass die von Gewerkschaften und Beschäftigten erkämpften Kontroll- und Mitbestimmungsrechte wichtiger denn je seien: „Das gilt eben besonders in der heutigen Zeit der Transformation und des digitalen Umbruchs. Die Politik hat in den neoliberal geprägten Jahren weitgehend die Regie über transnationale Konzerne verloren. Deshalb müssen wir als Gegengewicht zur Politik soziale Werte hochhalten und zusammen mit den Beschäftigten eine lebenswerte Zukunft gestalten. Berlin ist dafür ein guter Platz.“

 

Birgit Dietze

Die 45-Jährige ist studierte Ökonomin und Volljuristin. In Friedrichshain geboren und aufgewachsen, ist sie mit Leib und Seele Berlinerin. Sie hat den Zusammenbruch der DDR und ihrer ehemaligen Betriebe in der Nachwendezeit hautnah miterlebt - als IG Metall-Vertreterin und Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Elpro-Werke mit ihren damals 8.000 Beschäftigten. Bereits während ihres Referendariats hat sie als Justitiarin in der IG Metall Berlin gearbeitet und sich später als Tarifsekretärin im IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen einen Namen als versierte Verhandlerin gemacht. Noch arbeitet sie beim Vorstand der IG Metall als Unternehmensbeauftragte für VW und Audi und ist Mitglied im VW-Aufsichtsrat - am ersten Januar tritt sie dann ihre neue Aufgabe als Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin an.