NEUE HALBERG GUSS

"Die Regeln machen wir! Halberg-Guss muss leben." Beschäftigte in Leipzig und Saarbrücken werden um ihre Jobs kämpfen

  • 06.06.2018
  • igm-l
  • Aktuelles, Betrieb

Die Beschäftigten von Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken wollen um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Am Dienstagabend wählten sie Tarifkommissionen in beiden Städten und beschlossen Forderungen für einen Sozialtarifvertrag. In der Auseinandersetzung zwischen den Konzernen Volkswagen und Prevent kommen die Beschäftigten nicht vor - obwohl sie es sind, die den Profit erwirtschaften.

Die Halberger protestieren vor ihrer Gießerei im April 2018. Foto: IG Metall Leipzig

Die Belegschaften der Neue Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken sind entschlossen: Sie werden um ihre Arbeitsplätze kämpfen. Zwischen dem Autobauer Volkswagen und einem seiner größten Zulieferer, der Prevent- Gruppe, gehen jeden Tag Millionen Euro über den Tisch, um Vertragsstreitigkeiten zu regeln. Doch bei denjenigen, die diese Werte täglich erwirtschaften, kommt davon nichts an. Die Kolleginnen und Kollegen sehen, wie ihre Arbeitsplätze in Gefahr sind. Damit ist nun Schluss. Die Metallerinnen und Metaller wählten am Dienstagabend in beiden Halberg-Standorten Tarifkommissionen und beschlossen Forderungen für einen Sozialtarifvertrag. Denn sie sind es, die ihre Arbeitskraft, ihre Lebenszeit und auch ihre Gesundheit täglich in den Gießereien zu Markte tragen. Und ab jetzt sind auch sie es, die entscheiden, wann es genug ist.

 

„Wir können nicht länger einfach nur Zuschauen wie sich die Prevent-Gruppe und VW Bälle zuspielen - oder auch nicht. Die Belegschaft mit ihren Familien verdienen eine Planbarkeit ihres Lebens und eine Perspektive. Wir haben lange genug auf Zeichen und Reaktionen gewartet!“ sagte Thomas Jürs, Betriebsratsvorsitzender bei Neue Halberg Guss in Leipzig und frisch gewähltes Tarifkommissionsmitglied.

 

Die Auseinandersetzung zwischen Volkswagen und der Prevent-Gruppe zeigt die ganze Perversion des kapitalistischen Wirtschaftssystems“, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. „In dieser Auseinandersetzung kommen die Beschäftigten schlicht nicht vor. Doch damit ist es nun vorbei. Ab jetzt bestimmen die Beschäftigten und die IG Metall die Regeln und entscheiden, zu welchen Bedingungen ihre Arbeitskraft weiter zur Verfügung steht.“

 

„Mit unserem Forderungsbeschluss bekommt der Arbeitgeber Angebote für Verhandlungstermine. Wenn er diese nicht annimmt oder wir die Einschätzung haben, dass dort kein Verhandlungswille vorhanden ist, dann macht die IG Metall das, was Gewerkschaften als Druckmittel zur Verfügung haben“, so Kruppa weiter.

 

„Wir haben ein Forderungspaket beschlossen, mit dem wir der Prevent-Gruppe jegliche Aktivitäten, die zu Lasten der Beschäftigungsverhältnisse bei Halberg gehen, richtig teuer werden lassen“, sagte Kruppa weiter. „Wir fordern unter anderem eine Qualifizierungsgesellschaft sowie einen arbeitgeberfinanzierten Treuhandfonds, aus dem beispielsweise Abfindungen oder Maßnahmen zur Vermittlung in neue Jobs bezahlt werden, sollten Arbeitsplätze verloren gehen."


Aktuelles

Pinnwand

  • Zerschlagung der Gewerkschaften 1933
  • "Arbeit: sicher und fair - FÜR ALLE"
  • Respekt! Kein Platz für Rassismus
  • Zwischen Familie und Beruf ist kein Platz für ein Oder!
  • Mitglied werden in der IG Metall

WIR in der IG Metall

  • Oliver Herzog

    Jugend- und Auszubildendenvertreter bei VW Automobile Leipzig

    „So lange wie nötig – so kurz wie möglich. Ich will mehr Freizeit – aber mit hoher Produktivität.“

    mehr
  • Robert Döring

    stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei BMW Leipzig und Vertrauenskörper-Leiter

    „Zu viele Samstags-Schichten belasten das Familienleben und schaden dem Privatleben. Flexibilität muss ihre Grenzen haben.“

    mehr
  • Jürgen Wolff

    Vertrauenskörperleiter bei GE Power Conversion Berlin

    „Ich arbeite gerne flexibel, aber nur, wenn ich das will.“

    mehr
  • Hans-Joachim Porst

    Betriebsratsvorsitzender, Mahle Motorkomponenten Roßwein

    "Wenn in einer Partnerschaft beide in Schichten arbeiten, sieht man sich kaum noch. Mehr Flexibilität und weniger Stunden fördern auch den Zusammenhalt in den Familien."

    mehr
  • Stephanie Mann

    Robert Bosch Power Tools GmbH, Anlagenbedienerin in der Motorenfertigung

    "Ich bin für die 35-Stunden-Woche, weil ich mehr Zeit für meinen Freund und mein Hobby die Fotografie haben möchte - und auch für den Hausbau sowie für mein Hobby Fußball!"

    mehr