Textilindustrie Ost

Erste Gespräche über die Verkürzung der Arbeitszeit im Osten

  • 11.04.2018
  • bg
  • Aktuelles

Am 10. April wurde in Chemnitz über Arbeitszeitverkürzungen in der Textilindustrie im Osten gesprochen. Der Arbeitgeberverband hatte sich beim Tarifabschluss 2017 dazu verpflichtet, mit der IG Metall über eine Verkürzung der Arbeitszeit zu reden. Die IG Metall erwartet einen verbindlichen Weg zur 37-Stunden-Woche. Derzeit wird im Osten 40 Stunden in der Woche in der Branche gearbeitet.

Aktion bei Hartmann in Brück

Aktion bei Hartmann in Brück

Begleitende Aktion bei Adient in Zwickau

Aktion bei Bruno Banani in Chemnitz

Begleitende Aktion bei Ontex in Großpostwitz - Alle Fotos: IG Metall

In einer Arbeitsgruppe wird beraten, wie eine kürzere Arbeitszeit aussehen könnte und mit welchen Schritten ein Zeitplan für die ostdeutsche Textilindustrie erfolgen kann. Die tariflichen Arbeitszeiten aus den wichtigsten 26 Branchen betragen im Westen im Durchschnitt 37,6 Stunden pro Woche, im Osten 38,7 Stunden pro Woche. Im Osten wird also in der Textilindustrie mit 40 Stunden pro Woche deutlich länger gearbeitet.


Seit 5. Februar 2018 ist die Mauer länger weg, als sie gestanden hat! Viele jüngere Beschäftigte kennen die deutsche Teilung nur noch aus dem Geschichtsunterricht. Sie fragen sich zurecht, wann der Zeitpunkt gekommen ist, diese "Erblast" oder dieses „Sonderopfer“ der Beschäftigten abzuschaffen?


„Es eine Frage der Gerechtigkeit, endlich für gleiche Arbeitsverhältnisse zu sorgen. Die Arbeitgeber verschlechtern im Wettbewerb um neue Berufseinsteiger ihre Zukunftschancen, wenn Sie den Anschluss an zeitgemäße Arbeitsbedingungen verlieren“, so Bodo Grzonka, Tarifsekretär in der IG Metall Bezirksleitung.


Begleitend zu den Verbandsgesprächen über die Arbeitszeitverkürzung in der Textilindustrie fanden zahlreiche betriebliche Aktionen statt. Aktive Pausen oder Schichtwechsel wurden genutzt, um mit den Beschäftigten über die Arbeitszeitverkürzung zu diskutieren.


Am 26. Juni werden in Chemnitz die Gespräche fortgeführt. Ziel ist es, die konkreten betrieblichen Arbeitszeiten auf den Prüfstand zu stellen und Lösungen zur Verkürzung auszuloten. Bis dahin müssen die Betriebspartner die Arbeitszeiten und Schichtmodelle dokumentieren.


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  • Stephanie Mann

    Robert Bosch Power Tools GmbH, Anlagenbedienerin in der Motorenfertigung

    "Ich bin für die 35-Stunden-Woche, weil ich mehr Zeit für meinen Freund und mein Hobby die Fotografie haben möchte - und auch für den Hausbau sowie für mein Hobby Fußball!"

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