16. DGB-Lausitzkonferenz

„Fahrplan für Strukturwandel in der Lausitz – jetzt und mit uns!“

  • 23.09.2020
  • dgb/kk/aw
  • Aktuelles

Die Lausitz steht erneut vor einem Strukturwandel. Bis 2038 soll der Kohleausstieg vollzogen sein. Damit ist klar, dass die Zeit der Braunkohleförderung und Verstromung abläuft. Zahlreiche tarifgebundene und gut bezahlte Industriearbeitsplätze sind in Gefahr. Auf der 16. Lausitzkonferenz der DGB-Gewerkschaften von Brandenburg und Sachsen diskutieren Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft am 23. September in Hoyerswerda über die Zukunft und die Chancen für die Region.

Der neuste Strukturwandel in der Lausitz betrifft rund 8.000 Arbeitsplätze direkt im Tagebau und 12.000 indirekt – in der Verstromung und bei den Zulieferern. Diese zu ersetzen wird nur mit den Gewerkschaften gelingen. Vom Erfolg hängt die Zukunft der ganzen Region ab.

„Wir brauchen zügige Investitionen in die Infrastruktur, den klimafreundlichen Umbau der Energiewirtschaft und eine klare Umsetzungsstruktur für den komplexen Strukturwandel mit seinen vielen Einzelprojekten“, fordert Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Die Chancen des Strukturwandels für das Revier müssten jetzt genutzt werden: „Die Lausitz kann zu einem Motor der Verkehrs- und Energiewende werden. Die Investitionen in die Infrastruktur der Bahn, Ansätze in der Wasserstoffwirtschaft und Batterieproduktion und nicht zuletzt auch der neue Flughafen BER zeigen in die richtige Richtung: industrielle Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze.“

Anne Neuendorf, stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen, betonte ebenfalls, den Anspruch der Gewerkschaften, den Strukturwandel gemeinsam mit den Menschen der Lausitz zu gestalten. „Oberste Priorität hat für uns Erhalt und Schaffung von nachhaltigen, tarifgebundenen Industriearbeitsplätzen als Motor für die ganze Region", so Anne Neuendorf. "Wir treffen in den Betrieben viele Menschen mit guten Ideen für die Lausitz. Diese Ideen wollen wir für die wirtschaftliche Zukunft der Lausitz nutzen. Die Lausitz hat Potenzial. Mit den Fördermiliarden aus dem Strukturstärkungsgesetz gibt es die Chance, das Geld auch in Zukunftschancen zu „verwandeln“. Unser Fokus liegt auf der Stärkung der Industrie und Schaffung neuer Industriearbeitsplätze. Immer mehr Akteure aus der Lausitz setzen den Fokus darauf, das zeigte sich auf der 16. Lausitzkonferenz. Wir freuen uns sehr, das sich viele betriebliche Kolleginnen und Kollegen an diesem Prozess beteiligen. Sie werden weiterhin um jeden Industriearbeitsplatz in der Lausitz kämpfen und Innovationen heranbringen.“

Intensiv diskutieren die Teilnehmenden in fünf Workshops mit spannenden Inputs zu folgenden Fragen:

  1. Welche Rolle spielt Aus- und Weiterbildung im Strukturwandel? Welche Infrastruktur brauchen wir, um erfolgreich die Arbeitskräfte von morgen zu bilden?
  2. Ist Wasserstoff eine Chance für die Verkehrs- und Energiewende, welche Ansatzpunkte gibt es für die Lausitz?
  3. Was brauchen junge Menschen und Familien, um in der Lausitz bleiben zu können und sich hier eine Zukunft aufzubauen? Wie kann es gelingen, ihre Interessen besser zu berücksichtigen?
  4. E-Mobilität: Antrieb der Zukunft und Chance für die Lausitz. Ist Batterierecycling ein mögliches wirtschaftliches Standbein für die Energieregion Lausitz?
  5. Projekt Hanf. Welches Potenzial hat der Anbau von Hanf und dessen industrielle Verarbeitung für die Lausitz?

Weitere Informationen:

DGB Berlin-Brandenburg

DGB Sachsen

 


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