Aktionstage der IG Metall

Frühmorgens gestartet in Eisenhüttenstadt - Aktionen auch in Berlin und in Annaberg-Buchholz

  • 11.09.2020
  • aw
  • Aktuelles, Tarif, Metall-/Elektro, Stahl, Handwerk, Betriebsräte, Vertrauensleute

Im Lichterschein von Feuertonnen und Fackeln verteilten die Vertrauensleute bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt (EKO) morgens um 5 Uhr vor den drei Zufahrtstoren das Stahlwerks Flugblätter. Im Rahmen der Aktionstage informierten sie über die angespannte wirtschaftliche Situation im Werk und ihre Forderungen für die Zukunft.

Flyer-Aktion bei EKO in Eisenhüttenstadt - Fotos: Frank Schnelle

Aktionstag im Mercedes Benz Werk Berlin - Foto: IG Metall

Aktion im Autohaus Berlin - Fotos: Christian von Polentz/transitfoto.de

Aktion bei Francotyp Postalia in Berlin - Foto: IG Metall

… bei Osram in Berlin - Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

Aktion bei Francotyp Postalia - Foto: IG Metall

Aktion bei Francotyp Postalia in Berlin - Foto: IG Metall

"Nach eigenen Angaben geht die Geschäftsführung von ArcelorMittal davon aus, dass am Standort Eisenhüttenstadt nach der Corona-Krise nur rund 80 bis 90 Prozent der Auslastung aus der Vor-Corona-Zeit erreicht werden“, sagte Esther Block, Betriebsrätin und Leiterin der Vertrauensleute bei ArcelorMittal. „Unter Umständen würde das bedeuten, dass bis zu 500 Arbeitsplätze in Frage gestellt werden könnten.“ In den Augen der Gewerkschafterin wäre das inakzeptabel, denn zukünftig gibt es ihrer Ansicht nach ganz andere Probleme. „An unserem Standort werden in den kommenden zehn Jahren etwa 1.000 der 2.700 Kolleginnen und Kollegen in Regelaltersrente gehen“, so Block. „Diesen Verlust an Arbeitskräften und Know-how können wir mit den rund 50 Auszubildenden, die hier pro Jahr anfangen, gar nicht kompensieren.“ Personalabbau wäre vor diesem Hintergrund ein Irrweg, so Block.

Aus Sicht von Holger Wachsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg, müsste jetzt vielleicht sogar Personal aufgebaut werden. "Es muss jetzt schnell ein Wissenstransfer organisiert werden", sagt Wachsmann. Ein Thema wie Insourcing, also das Wiedereingliedern von ausgelagerten Tätigkeiten, ist dazu seiner Auffassung nach ein wichtiges Instrument. "Wir beobachten, dass einige Dienstleister rund um das Werksgelände von EKO überhaupt keine nachhaltige Unternehmensplanung haben." Er fordert von den Geschäftsführungen, in dieser Corona-bedingt schwierigen Situation gemeinsam mit den Belegschaften, Betriebsräten und der IG Metall Lösungen zu finden, mit denen sämtliche Arbeitsplätze am Standort erhalten werden können. "Wir sind gesamtwirtschaftlich sicherlich in unsicheren Zeiten. Wir werden allerdings nicht zulassen, dass jetzt die Beschäftigten für diese Krise zahlen,“ so Wachsmann. „Und wir werden, wenn nötig, Widerstand organisieren. In allen Betrieben, egal wie groß oder klein."

„Wenn die Geschäftsführung versuchen sollte, unter dem Deckmantel der Corana-Krise Einsparungen und Stellenabbau vorzunehmen, dann provoziert das den Widerstand der Beschäftigten“, kündigt der Betriebsratsvorsitzende Dirk Vogeler an. „Das lassen wir nicht mit uns machen. Wir sind in der Vergangenheit hier in Eisenhüttenstadt gut durch so manche Krise gekommen. Es geht nur mit den Beschäftigten und nicht gegen die Beschäftigten.“

Weitere Informationen und Bilder: www.igmetall-ostbrandenburg.de

Aktionen bei Francotyp, im Autohaus Berlin und im Mercedes-Benz Werk Berlin

Sieben Betriebe haben am zweiten Aktionstag auf Transparenten ihre Ideen und Wünsche für die Zukunft formuliert. „Für uns ist das Feedback wichtig, damit wir uns alle gemeinsam gut auf die Tarifrunde im kommenden Jahr vorbereiten können. Darauf wird auch unsere IG Metall-Beschäftigtenumfrage im Herbst abzielen“, so Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Unsere IG Metall-Tarifverträge sind immer noch die beste Grundlage für gute Arbeit im Betrieb. Und sie haben auch Antworten darauf, wie man in schwierigen Zeiten gute Lösungen für alle findet.“

Beteilgt haben sich Beschäftigte von Osram, der Siemens AG, BSH Hausgeräte, Siemens Dynamowerk, Siemens Gas and Power Nonnendammallee, Siemens Niderlassung, Siemens Mobilkity und Siemens Gas and Power Huttenstraße.

Bei Francotyp beteiligten sich am ersten Aktionstag gut 70 der 320 Beschäftigten. Sie forderten mehr Gerechtigkeit im Betrieb und einen Tarifvertrag für die 50 Beschäftigten bei FP Innovolab. „Wir sind als IG Metall bei FP Innovolab kräftig aufgestellt und verhandeln gerade mit dem Arbeitgeber über einen Tarifvertrag“, sagt Thomas Werber, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin. 

Im ASB Autohaus Berlin wollten die gut drei Dutzend Beschäftigten, die sich am ersten Aktionstag mit einem großen Transparent auf dem Werksgelände an der Aktion beteiligten, mit einer guten Interessenvertretung gute und geregelte Arbeitsbedingungen erreichen, um den Strukturveränderungen in der Branche gut begegnen zu können.

Und im Mercedes Benz-Werk hatten die Kolleginnen am ersten Aktionstag einen ganzen Blumenstrauß an Wünsche und Ideen mitgebracht: Sie reichen von einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschaft über eine solidarische Alternative zum gesellschaftlichen Rechtsdruck bis hin zu mehr betrieblicher Mitbestimmung.

Weitere Informationen und Fotos: www.igmetall-berlin.de

Aktion bei Handtmann in Annaberg-Buchholz

Mit einer T-Shirt-Aktion haben die Beschäftigten der Leichtmetallgießerei Handtmann in Annaberg-Buchholz am Freitag ein klares Zeichen gesetzt: Nur gemeinsam lassen sich die anstehenden Herausforderungen bewältigen. Bedruckt mit dem Slogan „Unser Leben gestalten WIR“ rückte die Belegschaft zur Früh- und Spätschicht in einheitlichen T-Shirts an.

„Die Stahlbranche ebenso wie viele andere Industriezweige in der Region sieht sich derzeit – und nicht nur durch Corona – enormen Herausforderungen gegenüber. Aber weder die Unternehmensleitung noch der Betriebsrat können diese Probleme allein in den Griff bekommen. Wir müssen jetzt geschlossen zusammenstehen. Mit dem Kopf durch die Wand werden uns hingegen keine guten Lösungen gelingen“, betonte Sebastian Wowra, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Zwickau.

Handtmann steckt wie so viele andere Zulieferer durch die Wende zur Elektromobilität mitten in der Transformation. Der Betrieb mit einer internationalen Konzernstruktur im Rücken fertigt jetzt im Erzgebirge mit 350 Beschäftigten Batterie-Querträger für das Zwickauer VW-Werk.

Weitere Informationen auf www.igm-zwickau.de

 


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