Zukunftskonferenz

IG Metall Chemnitz: Gemeinsam für eine Industrie mit Zukunft

18.03.2026 | Auf der Konferenz der IG Metall Chemnitz ging es im Industriemuseum der Stadt um die Zukunft. Rund 130 Gäste – darunter Betriebsrätinnen und Betriebsräte, Arbeitgeber der Region, Gäste aus Politik und Wissenschaft – diskutierten über Wege zu innovativer und erfolgreicher Produktion mit guter Arbeit auch in den nächsten Jahrzehnten. Darauf zielt die Chemnitzer Erklärung, die Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz, vorstellte. Ministerpräsident Michael Kretschmer begrüßte die "Liebeserklärung der Metaller für die Region und an den Standort".

Eddie Kruppa von der IG Metall Chemnitz stellt die Chemnitzer Erklärung vor. (Bilder: N. Neumann/IGM)

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto im Gespräch.

Gemeinsam die Industrieregion voranbringen - darum ging es auf dem Zukunftskongress.

Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter IG Metall Chemnitz, sagte bei der Vorstellung der Chemnitzer Erklärung: „Wir in Chemnitz – einer Region mit industriellem Herzschlag – befinden uns mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Industrie, Energie, Mobilität, Qualifikation, Demografie und Internationalisierung verändern sich gleichzeitig. Es sind Veränderungen, die alle Lebensbereiche unserer Beschäftigten berühren. Die Betriebsräte der Metall- und Elektrobetriebe unserer Region haben eine kritische Bestandsaufnahme zu den derzeit bestehenden Standort- und Beschäftigungsrisiken in den Unternehmen vorgenommen. Dann haben wir die Chancen, Potentiale und Kompetenzen unserer Unternehmen bewertet und uns anlässlich der Aktivitäten zur Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 erstmals mit der Chemnitzer Erklärung zur Zukunft unserer Industrie positioniert und zentrale Handlungsfelder aufgezeigt. Frei nach dem Motto: „Die Zukunft der Industrie entsteht dort, wo Menschen den Mut haben, Neues zu schaffen. Wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen“, haben unsere Betriebsräte klar gesagt: Wir wollen diese Entwicklungen nicht einfach über uns ergehen lassen, sondern den Wandel aktiv gestalten.“

Die Chemnitzer Region steht für Weltklasse-Ingenieurkunst: Maschinenbau, Mikroelektronik, intelligente Textilien und Software für automatisiertes Fahren. Aus dem einstigen „sächsischen Manchester“ mit rauchenden Schornsteinen ist ein modernes Industriecluster mit High-Tech-Branchen geworden. Ein ausgewogener Branchen-Mix prägt die Wirtschaftslandschaft: Neben großen Standorten wie Siemens und dem VW-Motorenwerk engagiert sich der Mittelstand mit vielfältiger Tarifstruktur.

Rund 18.500 Industrie- und Handwerksunternehmen bilden in der Region Chemnitz einen lebendigen Wirtschaftsraum. Im verarbeitenden Gewerbe arbeiten rund 26.000 Menschen, davon etwa 8.000 in automobilnahen Produktionen, Zulieferern und industriellen Dienstleistern. Die Beschäftigten sind gut qualifiziert, erfahren in Gestaltung und Wandel – und identifizieren sich stark mit ihrer Region und ihren Unternehmen.

Auf der Konferenz rief der Chemnitzer IHK-Präsident Max Jankowsky dazu auf, sich auf die Stärken Südwestsachsens zu besinnen. "Es liegt an uns, etwas zu verändern. Nur gemeinsam schaffen wir das", betonte er. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, wir gehen den Wandel an", schloss er seinen Input. In einer Podiumsdiskussion um die Rolle der Mitbestimmung im Jahr 2026 diskutierten Staatsministerin Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Dr.-Ing. Nils Kroemer, VSME Sachsen, Karsten Schulze, Managing Director FDTech, und IG Metall-Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto. Studien belegen, dass mitbestimmte Unternehmen in Deutschland häufig produktiver und erfolgreicher sind als Unternehmen ohne Mitbestimmung. Betriebsräte wirken als Treiber für bessere Arbeitsbedingungen und Innovationen.

In einer Diskussionsrunde stellten Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto fest, dass der Weg in die Zukunft nur ein gemeinsamer sein kann.

Weitere Informationen hier auf der Homepage der IG Metall Chemnitz.

 

Von: aw/igm

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