Bombardier

IG Metall nimmt geplante Einschnitte in tarifliche Einkommen der Bombardier-Beschäftigten nicht hin!

  • 09.06.2020
  • kk
  • Aktuelles

Bombardier Transportation plant für seine deutschen Standorte weitere umfangreiche Einschnitte und massive Eingriffe in die Tarifverträge. Die Beschäftigten sollen für mehr Wettbewerbsfähigkeit des Zugherstellers Tarifkürzungen hinnehmen. Die IG Metall kündigt Widerstand gegen die Sparpläne der Geschäftsführung an.

Foto: IG Metall

Das Management von Bombardier dringt auf eine weitere Sparrunde. Die Kolleginnen und Kollegen sollen über eine geplante Laufzeit von zweieinhalb Jahren ab 1. Juli 2020 auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie auf Entgelterhöhungen verzichten. Auch die Leistungen aus dem tariflichen Zusatzgeld (T-ZUG A und T-ZUG B) sollen wegfallen. Zudem sollen die Beschäftigten künftig länger arbeiten, ohne dafür einen finanziellen Ausgleich zu erhalten.

„Die IG Metall wird sich Verhandlungen nicht verweigern“, sagt Olivier Höbel, Aufsichtsratsvertreter der IG Metall bei Bombardier. „Aber angesichts des angekündigten weiteren massiven Personalabbaus und der Unsicherheit über die Zukunft der Standorte werden Einschnitte in die tariflichen Einkommen von den Belegschaften nicht akzeptiert.“

Bombardier Transportation hat seinen Sitz in Berlin und ist die Zugsparte des kanadischen Konzerns. In Deutschland arbeiten an den drei Standorten in Hennigsdorf, Görlitz und Bautzen rund 6100 Stammbeschäftigte sowie rund 1000 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Erst vor drei Jahren hatte Bombardier den Abbau von mehr als 2000 Stellen seiner damals 8500 Arbeitsplätze in Deutschland verkündet.

Im Februar 2020 hat Alstom, der französische TGV-Hersteller, angekündigt, Bombardier Transportation zu übernehmen. Im ersten Halbjahr 2021 soll, so der Plan, die Übernahme abgeschlossen sein.

„Vor dem Hintergrund einer möglichen Übernahme durch Alstom erscheint das Vorgehen der deutschen Geschäftsführung von Bombardier als Versuch, die Arbeitnehmer durch Lohnverzicht in die Kaufpreisverhandlungen einzubeziehen“, kommentiert Olivier Höbel in einem gerade erschienenen Flugblatt der IG Metall. „Den Forderungen des Unternehmens erteilen wir in dieser Form eine klare Absage. In den Verhandlungen werden wir unsere Forderungen zu einer langfristigen Standort- und Beschäftigungssicherung auf den Tisch legen.“ Die IG Metall sei als Tarifvertragspartei auch in schwierigen Unternehmenssituationen bereit, Lösungen und Wege zu finden, um eine Zukunft für Unternehmen und Beschäftigte zu sichern, so Höbel. Aber dabei müsse auch klar sein: „nicht auf dem Rücken der Beschäftigten!“

Über das weitere Vorgehen wird in den zu bildenden betrieblichen Tarifkommissionen beraten.

 


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