Tarifvertrag durchgesetzt

Jahrelange Ungleichbehandlung endet bei GEA AWP in Prenzlau

04.02.2026 | Die Beschäftigten von GEA AWP in Prenzlau haben einen Tarifvertrag erkämpft. Damit endet die jahrelange Ungleichbehandlung gegenüber den westdeutschen Produktionsstandorten des Konzerns. Der Abschluss ist Ergebnis eines Prozesses, den die IG Metall bereits 2018 begonnen und 2024 mit der Aufnahme der Tarifverhandlungen erneut vorangetrieben hat.

Warnstreiks im Dezember brachte den Durchbruch bei den Verhandlungen für einen gerechten Tarifabschluss. Foto: IG Metall

Über Jahre leisteten die Prenzlauer Beschäftigten die gleiche Arbeit wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen – aber zu schlechteren Bedingungen. Sichtbar wurde dies bei Entgelt, Sonderzahlungen und tariflichen Rechten. Am 3. Dezember 2025 standen die Maschinen zwei Stunden still. Von 13.30 bis 15.30 Uhr legten die Beschäftigten die Arbeit nieder. Der Warnstreik zeigte klar, dass die Belegschaft entschlossen ist, für ihre Interessen zu kämpfen.

Christoph Pagel aus der Tarifkommission sagt:
„Wir mussten lange für die Gleichstellung kämpfen. Jetzt zählt, dass wir gemeinsam etwas durchgesetzt haben, das den Alltag der Kolleginnen und Kollegen spürbar verbessert.“

Was die Beschäftigten konkret bekommen

Ab Januar 2026:

  • 150 Euro brutto mehr pro Monat
  • Urlaubs‑ und Weihnachtsgeld vollständig nach Flächentarifvertrag
  • Transformationsgeld (T‑Geld) jährlich
  • Tarifliches Zusatzgeld B (T‑ZUG B) in Höhe von 26,5 % des Eckentgelts pro Jahr
  • Anerkennung des Manteltarifvertrags und weiterer Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg

Ab 2027 zusätzlich:

  • Tarifliches Zusatzgeld A (T‑ZUG A) in Höhe von 27,5 % eines Monatsgehalts

Ab 2028 kommt die Entgelttabelle der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg vollumfänglich zum Tragen.

Thomas Weber, Tarifsekretär der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen und Verhandlungsführer, sagt:
„Wir haben nach fünf schwierigen Verhandlungsrunden den Durchbruch geschafft. Mit dem Tarifvertrag erhalten die Beschäftigten in den kommenden drei Jahren deutlich mehr Geld. Der Weg für GEA AWP geht bei Entgelt- und Arbeitsbedingungen deutlich in Richtung Metall- und Elektroindustrie.“

Erfolg trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen

Der Tarifvertrag gilt bis Ende 2028. Trotz der langen Laufzeit bleiben die Beschäftigten beim Entgelt arbeitskampffrei und können sich an den im Herbst startenden Tarifverhandlungen der Metall‑ und Elektroindustrie beteiligen – inklusive möglicher Warnstreiks, falls es erforderlich wird. Auch von den Tariferhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie profitieren die Kollegen – diese werden vollumfänglich an die Kollegen weitergegeben.

David Summers, politischer Sekretär der IG Metall Ostbrandenburg, betont:
„Dieser Abschluss beweist: Auch in schwierigen Zeiten können Beschäftigte Verbesserungen durchsetzen. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam handeln und Druck aufbauen.“

Aktionen machten den Unterschied

Die IG Metall begleitete den gesamten Prozess mit Gesprächen, Aktionen im Betrieb, Gesprächen in Konzernbetriebsrat und Aufsichtsrat sowie dem Warnstreik, der den entscheidenden Impuls gab. Die Belegschaft zeigte Geschlossenheit und Durchhaltevermögen – über Jahre hinweg.

Ein weiterer Erfolg: Auch der zweite ostdeutsche Produktionsstandort in Schkopau (Sachsen-Anhalt) hat zum Jahresbeginn einen Tarifvertrag erreicht.

GEA AWP: Teil eines DAX‑Konzerns

GEA AWP gehört mit rund 110 Beschäftigten zur GEA Group, die seit Herbst 2025 Mitglied im DAX ist. In Prenzlau werden Armaturen für die Kälteindustrie hergestellt.

Von: vw/mr

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