Neue Halberg Guss

Keine Antwort auf Zukunftsfragen

  • 09.05.2018
  • md/jme
  • Aktuelles

Die IG Metall fordert ein tragfähiges Unternehmenskonzept für die Zukunft der Neuen Halberg Guss in Leipzig. Ein Spitzentreffen von Unternehmen, Gewerkschaft und Betriebsrat am 8. Mai abends in Saarbrücken blieb ergebnislos.

Stiller Protest von 150 Metallern vor dem Leipziger Landgericht Ende April: Volkswagen und der Zulieferkonzern Prevent streiten seit Jahren um Vertragsangelegenheiten. Das hatte 2016 zu einem Lieferstopp von Prevent und zu Produktionsausfällen in mehreren deutschen VW-Werken geführt. Jetzt sind Arbeitsplätze bei Neue Halberg Guss und bei ES Guss Schönheide bedroht. Foto: Wolfgang Zeyen

Nach dem Spitzentreffen zwischen Betriebsräten, IG Metall und der Geschäftsführung von Neue Halberg Guss in Saarbrücken fordert die IG Metall Leipzig ein tragfähiges Unternehmenskonzept für den Halberg-Standort in Leipzig. „Es geht um 700 Arbeitsplätze allein in der Region“, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig am Dienstag. Eingeladen hatte eine Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag der Geschäftsführung unter dem Motto „Bündnis für Arbeit“.


Das Treffen sei ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Anwesend waren elf Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus Leipzig und 17 aus Saarbrücken, Vertreter der IG Metall sowie die Geschäftsführung und die jeweiligen Rechtsbeistände. Die Geschäftsführung kündigte eine Reihe weiterer Versammlungen in Leipzig und Saarbrücken an.


„Die Kolleginnen und Kollegen haben keine Antwort auf ihre Zukunftsfragen bekommen“, so Bernd Kruppa. „Für sie ist es weiter unklar, was mit ihren Arbeitsplätzen geschieht. Was die Beschäftigten bei Halberg brauchen ist ein tragfähiges Unternehmenskonzept, das die Zukunft aller Arbeitsplätze sichert. Die Prevent-Gruppe darf ihre Unternehmensstrategie nicht auf dem Rücken der Beschäftigten durchsetzen“, sagte Kruppa weiter.


Seit der Übernahme der Halberg Guss durch den Zulieferkonzern Prevent im Januar drohen die Beschäftigten in Saarbrücken und Leipzig Leidtragende des Streits zwischen der Prevent-Gruppe und ihrem Hauptkunden Volkswagen zu werden. Dabei geht es um Vertragsstreitigkeiten und Schadenersatzforderungen, die im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Für die Beschäftigten überraschend hatte das Bundekartellamt die Übernahme der Neuen Halberg Guss durch ein Tochterunternehmen von Prevent genehmigt. Deshalb stünden auch wirtschaftspolitische und juristische Fragen im Raum, so Kruppa, etwa ob der Verkauf ordnungsgemäß über die Bühne gegangen sei und wie es zu der Zustimmung des Bundeskartellamtes kam.


Insgesamt arbeiten bei der Neue nHalberg Guss rund 2 150 Menschen in Saarbrücken und Leipzig. Die anwesenden Betriebsräte aus beiden Standorten kündigten nach dem Treffen an, auch weiterhin eng zusammenzuarbeiten und sich nicht spalten zu lassen.

 


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