04.05.2026 | Am 1. Mai 2026 haben Beschäftigte in Berlin, Brandenburg und Sachsen eindrucksvoll gezeigt, dass sie sich gegen Sozialabbau, Stellenstreichungen und Angriffe auf ihre Rechte zur Wehr setzen. Unter dem gemeinsamen Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ gingen weit über 65.000 Menschen in unserem Bezirksgebiet auf die Straße.
Der Tag der Arbeit 2026 war geprägt von strahlendem Sonnenschein, klaren Worten und einer breiten Beteiligung. In Berlin, Brandenburg und Sachsen folgten weit über 65.000 Menschen dem Aufruf ihrer Gewerkschaften, am Tag der Arbeit an Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen teilzunehmen. Im Mittelpunkt standen überall die gleichen Forderungen: sichere und gute Arbeitsplätze, Tarifbindung, Mitbestimmung und ein Sozialstaat, der diesen Namen verdient.
Berlin und Brandenburg: Lauter Protest gegen Sozialabbau
In Berlin und Brandenburg beteiligten sich laut DGB 39.800 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an mehr als 15 Orten. Die größte Demonstration fand in Berlin statt, wo sich über 12.000 Menschen versammelten. Der Demonstrationszug startete am Vormittag am Strausberger Platz und führte durch die Innenstadt bis zum Roten Rathaus. Dort wurde bis in den Nachmittag hinein ein vielfältiges Bühnenprogramm geboten, begleitet von einem Familienfest.
Bei Reden unter anderem in Potsdam, Henningsdorf, Brandenburg an der Havel, Luckenwalde, Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt wurde deutlich, wie sehr die aktuellen wirtschaftlichen, energie- und geopolitischen Krisen die Beschäftigten verunsichern – und wie entschieden sie sich dagegen wehren, dass diese Krisen als Vorwand für Sozialkürzungen und den Abbau von Rechten missbraucht werden. Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin‑Brandenburg, brachte es auf den Punkt:
„Angriffe auf den 8‑Stunden‑Tag, Rentenkürzungen, Arbeitsplatzabbau: Wir Beschäftigte zahlen nicht die Zeche für Versäumnisse der Politik und Fehlentscheidungen der Wirtschaft!“
Sachsen: Mehr Beteiligung und klare Kante
In Sachsen beteiligten sich in 18 Städten weit mehr als 26.000 Menschen an Demonstrationen und Kundgebungen – mindestens 3.000 mehr als im Vorjahr. „Die Beschäftigten haben heute ein kraftvolles Signal für sichere und gute Jobs und gegen den sozialen Kahlschlag gesendet“, sagte Daniela Kolbe, Vorsitzende des DGB Sachsen.
In Dresden versammelten sich Tausende Menschen zur Kundgebung auf dem Schlossplatz. Dort hielt Nadine Boguslawski, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, eine viel beachtete Rede. In Richtung Arbeitgeber sagte sie: „Ohne unsere Arbeit verdient ihr keinen Cent!“ Der Osten dürfe nicht weiter Billiglohnland bleiben. 17 Prozent niedrigere Einkommen bedeuteten auch niedrigere Renten. Boguslawski verteidigte Tarifverträge entschieden: „Egal wie sehr Merz und Co. die Gesetze aufweichen wollen: Tarifverträge stehen für Qualität! Regierungen wechseln, Tarifverträge bleiben.“ Und sie machte deutlich, dass Haushaltsprobleme kein Naturgesetz seien: „Wenn sich die Geldelite fair an der Finanzierung unseres Staates beteiligen würde, dann hätten wir auch keine Haushaltsprobleme.“
In Leipzig beteiligten sich rund 8.000 Menschen an den Maiveranstaltungen. Neben einem Fahrradkorso und einer Demonstration fand auf dem Marktplatz die zentrale Kundgebung statt. Auf Plakaten und in den Redebeiträgen wurden die von der Regierung geplanten Kürzungen thematisiert.
In Bautzen und Görlitz war die IG Metall Ostsachsen präsent. Bei bestem Wetter und guter Stimmung setzten viele Kolleginnen und Kollegen ein klares Zeichen gegen Standortschließungen und Arbeitsplatzabbau. In Bautzen fand die traditionelle Kundgebung auf dem Kornmarkt statt. Auch in Görlitz füllte sich der Demianplatz zur Mittagszeit. Reden, Musik und weitere Programmpunkte sorgten für eine lebendige Kundgebung.
In Chemnitz startete die Demonstration um 9 Uhr am Karl‑Marx‑Monument und führte zur Kundgebung auf dem Neumarkt. Dort sprachen unter anderem Daniela Kolbe und Dirk Panter, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Umweltschutz in Sachsen. Panter nutzte den Tag zudem, um mit jungen Metallerinnen und Metallern am Stand der IG Metall über Ausbildungsthemen zu diskutieren. Weitere Aktivitäten in der Region gab es in Freiberg und Annaberg-Buchholz.
In Zwickau rief die IG Metall gemeinsam mit dem DGB Südwestsachsen zur Mai-Kundgebung auf dem Hauptmarkt auf. Ein Mitmach‑Familienfest, Livemusik und eine politische Gesprächsrunde prägten den Nachmittag. Unter der Überschrift „Local Content – was ist’n das?!“ diskutierten Vertreter aus Politik, Gewerkschaften und Betrieb über die Zukunft der Automobilregion Sachsen. Auch in Plauen und Aue beteiligte sich die IG Metall Zwickau mit Infoständen und Redebeiträgen an den Mai-Aktionen. Überall wurde deutlich: Solidarität, Mitbestimmung und Mut sind die Antwort auf Spaltung und Verunsicherung.
Ein gemeinsames Signal
Ob in der Großstadt oder in der Region: Der 1. Mai 2026 hat gezeigt, dass die Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen zusammenstehen. Sie lassen sich nicht gegeneinander ausspielen und nicht für Krisen verantwortlich machen, die sie nicht verursacht haben. Ihr Signal ist klar: Erst unsere Jobs – dann eure Profite.