Digitalisierung/Maschinenbau Ost

Maschinenbau: Digitalisierung verändert Arbeitswelt gravierend

  • 08.11.2017
  • aw/md
  • Aktuelles, Metall-/Elektro, Bildergalerie

Die digitalisierte und vernetzte Produktion macht Wirtschaftsabläufe und Produktionsprozesse effizienter. Sie verändert auch die Arbeitswelt und Unternehmenskultur nachhaltig. Aber was heißt das konkret für Arbeitsplätze und Beschäftigte? Das erörterten Vertreter des ostdeutschen Verbandes der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) und der IG Metall am Mittwoch in Schkeuditz.

Mensch bleibt im Mittelpunkt: Fachtagung von IG Metall und VDMA Ost in Schkeuditz (Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter, und Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost). Foto: Wolfgang Zeyen

Die Maschinen- und Anlagenbauer befinden sich bereits mitten im Umbruch: Berufsbilder, dringend benötigte Qualifikationen, die Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung sowie die innerbetriebliche Zusammenarbeit wandeln sich.

 

Mensch im Mittelpunkt

Auch in der Fabrik der Zukunft wird und muss der Mensch im Mittelpunkt stehen, sind sich Industrie und Gewerkschaft einig. Allerdings werden sich die Kernanforderungen verändern. Für die Soziologin Sabine Pfeiffer ist deshalb die entscheidende Frage, ob die Beschäftigten in den Unternehmen ausreichend Qualifikationen für die Gestaltung von Industrie 4.0 mitbringen. „Gefragt sind sowohl Fachkompetenzen als auch Querkompetenzen wie die Fähigkeit zu interdisziplinärem Arbeiten und der Umgang mit Big Data und Datenschutz“, erklärte die Professorin an der Universität Hohenheim.

 

Einen allgemeingültigen Ansatz für die neuen Arbeitswelten gibt es indes nicht. Vielmehr müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf betrieblicher Ebene gemeinsam unternehmensspezifisch passende Lösungen und Konzepte finden. So lassen sich Risiken eingrenzen und Chancen gestalten, beispielsweise die Facharbeit aufwerten oder körperliche Arbeit erleichtern.

 

Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern notwendig

„Industrie 4.0 ist kein Selbstzweck, sondern steht und fällt mit dem wirtschaftlichen Nutzen“, sagte Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost. Die Digitalisierung stärke die Wettbewerbsfähigkeit und trage zur Arbeitsplatz- und Standortsicherung bei. Dabei geht es laut Pätz nicht allein um Technik und Technologien. „Für uns spielen die Aspekte Mensch und Organisation eine genauso wichtige Rolle.“

 

Notwendige Anforderungen wie eine höhere Flexibilität von Unternehmen und Beschäftigten, fachübergreifendes Arbeiten, Innovationsfähigkeit und die Kompetenzerweiterung der Beschäftigten lassen sich nur im Dialog zwischen Führungskräften und Belegschaften, Betriebsräten und Gewerkschaften bewältigen, stellten IG Metall und VDMA fest. „Dabei ist ein notwendiger Rahmen gesetzlicher und tariflicher Regelungen unverzichtbar. Die Chancen von Produktivität und Zufriedenheit der Beschäftigten werden sich nicht von allein realisieren", sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Entscheidend wird sein, den Beteiligungsprozess zu organisieren. Die heutige Tagung hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet."


Aktuelles

Pinnwand

  • Zerschlagung der Gewerkschaften 1933
  • "Arbeit: sicher und fair - FÜR ALLE"
  • Respekt! Kein Platz für Rassismus
  • Zwischen Familie und Beruf ist kein Platz für ein Oder!
  • Mitglied werden in der IG Metall

WIR in der IG Metall

  • Heike Meyer

    Tarifkommissionsmitglied bei Adient in Zwickau

    „Schichtarbeit ist nicht gesund.“

    mehr
  • Jan Andrä

    stellvertretender Vertrauenskörper-Leiter im Volkswagen Sachsen Fahrzeugwerk in Zwickau

    „Wir brauchen ein anderes Bewusstsein für unsere persönliche Zeit."

    mehr
  • Tilo Sauer

    Betriebsrat bei Vodafone Bautzen

    „Meine Zeit für meine Familie!“

    mehr
  • Jens Köhler

    Betriebsratsvorsitzender BMW Leipzig

    „Es ist dringend erforderlich, dass wir das Thema 35-Stunden-Woche im Osten jetzt wieder auf die Bahn bringen. Aus meinem Betrieb weiß ich: Die Leute stehen dazu.“

    mehr
  • Pascal Grummich

    Vertrauensmann im BMW Werk Leipzig

    „Ich will drei Stunden mehr Freizeit in der Woche. Mir fehlt oft Zeit für mich.“

    mehr