IG Metall-R!SE-Festival 2025

Mehr als 1000 junge Metallerinnen und Metaller diskutieren, feiern und gestalten gemeinsam

08.07.2025 | „R!SE for solidarity, R!SE for future, R!SE against racism!”: Unter diesem Motto feierten über 1000 junge Metallerinnen und Metaller aus ganz Deutschland im Elbauenpark in Magdeburg zwischen dem 3. und 6. Juli bei heiterem Sommerwetter sich selbst und die IG Metall. Aus dem Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen waren mehr als 100 junge Metallerinnen und Metaller in die Hauptstadt Sachsen-Anhalts gereist.

Die jungen Metallerinnen und Metaller zeigten klare Kante beim R!SE-Festival in Magdeburg. - Fotos: Volker Wartmann

Die IG Metall Jugend BBS mit den fünf geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern der IG Metall.

Die Teilnehmenden konnten zwischen zahlreichen Workshopangeboten wählen.

Ab 17 Uhr versammelten sich die meisten vor der großen Hauptbühne, um ansagten Bands zuzuhören und zu tanzen.

Die jungen Metallerinnen und Metaller lassen auch beim Feiern niemenden fallen.

Bei der Podiumsdiskussion auf der Seebühne am Samstag war der gesamte fünfköpfige IG Metall-Vorstand dabei.

Die IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner betonte, wie wichtig die Jugend für die Zukunftsfähigkeit der IG Metall ist.

Die Teilnehmenden arbeiteten in den Workshops konzentriert mit.

Vor dem Zelt des Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen war die Laune gut.

Der Spaß kam beim R!SE-Festival nicht zu kurz.

Die Band Querbeat aus Köln heizte dem Publikum ordentlich ein.

Stagediving stand auch auf dem Programm.

Daumen hoch für die IG Metall-Jugend.

Wasserspritzpistolen waren auch auf diesem Festival ein beliebtes Utensil.

Das umfangreiche Festivalprogramm bot für alle etwas: vielfältige Workshops, Diskussionen mit Parteijugenden und den Geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der IG Metall und Formate für Austauschmöglichkeiten mit Aktiven aus der gesamten Republik. Und zahlreiche Live-Konzerte mit angesagten Bands, beispielsweise Tream, Querbeat und Dilla. Wer nach 22 Uhr noch nicht chillen, sondern weiterfeiern wollte, konnte bis in die tiefe Nacht in der beliebten Silent-Disco unter anderem zu den Beats von DJ AgeDee aus Dresden tanzen. Die Workshop-Angebote waren breit gefächert, von „AfD-Verbot – pro und contra“ über „Klimapolitik erleben“ bis zu “KI in der Arbeitswelt“. Wer sich praktisch betätigen wollte, konnte beispielsweise an einem Spray- oder einem Beat-Producing-Workshop teilnehmen. Bei Jakob Heidenreich, Jugendsekretär der IG Metall Berlin, konnte man außerdem in einem Großgruppenworkshop eine Jam Session erleben und mitgestalten, bei der unterschiedlichste Songs neu interpretiert wurden – laut, kämpferisch und solidarisch!

Justin Plobst, Fachinformatiker bei Pepperl und Fuchs in Berlin, genoss das solidarische Miteinander und wie gut alle aufeinander aufpassen. Nicht zuletzt gefiel ihm auch das kulinarische Angebot auf dem Festival. „Die verschiedenen Foodtrucks sind echt cool“, so der 23-Jährige. „Das mexikanische Essen und die Pommes vom Burgermobil waren sehr lecker.“ Besonders interessant fand er die Podiumsdiskussion mit den fünf geschäftsführenden Mitgliedern des IG Metall-Vorstands. „Ich hatte den Eindruck, dass wir vom Vorstand gehört und ernst genommen werden.“ Vorstandmitglied Nadine Boguslawski hatte in ihrem abschließenden Wortbeitrag schließlich gesagt: „Die IG Metall-Jugend ist das Beste, was die IG Metall hat.“

„Viel Lachen, viel Spaß haben, viel gute Musik hören.“ Mit dieser Motivation war nicht nur Arthur Reichert, 20-jähriger Maschinenbaustudent im zweiten Ausbildungsjahr bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt, aus Ostbrandenburg zum Festival nach Magdeburg gekommen. Seine Erwartungen wurden erfüllt. Seine Kollegin Lucy Flasch genoss das „tolle Festivalfeeling“ ebenfalls. Die 22-Jährige ist als Facharbeiterin im Warmwalzwerk des ArcelorMittal-Stahlwerks tätig. „Es ist schön, hier mit Kolleginnen und Kollegen von Ostfriesland bis zum Bodensee in Kontakt zu kommen“, sagte Flasch. Auch Jasmin Krüger, 24-jährige Projektassistentin bei Volkswagen Automobile Leipzig, freute sich darüber, dass die Teilnehmenden hier so schnell ins Gespräch miteinander kommen. „In diesem Umfeld können wir endlich mal tiefer miteinander diskutieren, als es bei uns im Ortsjugendausschuss möglich ist“, so Jasmin Krüger. „Da hat man ja meist nur sehr begrenzt Zeit, weil alle am nächsten Morgen immer früh rausmüssen.“

Özge Karabulut, 23 Jahre alt und Industriekauffrau bei Hach Lange in Berlin, findet es wie viele andere Teilnehmende wichtig, dass die IG Metall-Jugend klare Kante gegen Rechts zeigt. Die Podiumsdiskussion auf der großen Seebühne zum Thema „Rassismus und Diskriminierung“ mit den Parteijugenden war für sie ein Höhepunkt der Veranstaltung. Als Vertreterin des IG Metall-Bundesjugendausschusses saß sie dabei selbst mit auf dem Podium. „Diese Podiumsdiskussion war zeitweise sehr hitzig“, so Karabulut. „Anstatt über Integration zu diskutieren, hat der Vertreter der konservativen Partei hauptsächlich über illegale Migration gesprochen. Das hat mich aufgeregt.“ Es sei auffällig gewesen, dass die Workshops nachmittags um 14 Uhr deutlich besser besucht waren als die morgens um 10 Uhr, so Karabulut. „Aber das ist ja kein Wunder, wenn die Leute bis spät in die Nacht feiern“, so Karabulut. „Und das gemeinsame Feiern dient schließlich ja auch der Vernetzung miteinander.“ Maurice Ramhold, Bauleiter bei Siemens in Leipzig, genoss es, für „tiefergreifende Themen mal mehr Zeit und Raum zu haben“. „Wir haben unseren Workshop zum Thema, wie sich die IG Metall-Jugend in der Zukunft aufstellen sollte, um anderthalb Stunden überzogen, weil die Diskussion so spannend war“, sagte der 23-Jährige. An dem abwechslungsreichen Festivalprogramm hatte er viel Freude, „und auch die Bands haben eine gute Stimmung verbreitet.“ 

Bei aller Ausgelassenheit und dem großen Spaß miteinander trat nicht nur bei der Podiumsdiskussion mit dem IG Metall-Vorstand, sondern auch in zahlreichen Workshops zutage, dass die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen und die damit verbundene Furcht vor dem Verlust von Arbeitsplätzen sowie der zunehmende Rechtsextremismus den jungen Metallerinnen und Metallern viele Sorgen bereiten. „Das R!SE-Festival ist dafür da, dass wir hier Energie tanken und gestärkt in unsere Betriebe zurückgehen, um dort mit einer starken Stimme für die Zukunftsfähigkeit unserer Betriebe zu kämpfen“, sagte Stefani Jovanovic, Entwicklerin für Zugsteuerungssoftware bei Alstom in Hennigsdorf. Auch die 26-Jährige freute sich über den Zuspruch aus dem vollständig nach Magdeburg angereisten fünfköpfigen IG Metall-Vorstand. „Oft wird nur über uns geredet, aber nicht mit uns“, so Jovanovic. Sie kündigte an: „Wir werden weiter laut rumposaunen, bis es Normalität ist, dass die Jugend ein Mitspracherecht hat.“

Jörg Ullrich, verantwortlich für die Junge IG Metall im IG Metall-Bezirk Berlin Brandenburg-Sachsen, zeigte sich auf dem Festival besonders glücklich über das Engagement und den Einsatz der Aktiven aus dem Bezirk. „Unser Bezirkszelt war komplett durch unsere Aktiven ausgestaltet und betreut. Das umfangreiche Programm und die Mitmachmöglichkeiten haben einfach die ganze Zeit für gute Stimmung, viel Andrang und bundesweiten Austausch unterm Dach des Bezirk BBS gesorgt. Und das alles bei richtig guter Laune und bestem Festivalwetter. Auch das Workshop-Programm umfasste alle Themen, die Gewerkschaftsjugendliche beschäftigten und wurde durch unseren Bezirk aktiv mitgestaltet“, so Jörg Ullrich. „Dieses Festival war ein Energiebooster und wird für alle Teilnehmenden eine beeindruckende Erinnerung bleiben. Jetzt heißt es mit genau dieser Energie und den neuen Perspektiven zurück in die Betriebe und auf in die anstehenden Tarifrunden und zahlreichen Konflikte für gute Zukunftsperspektiven mit einer starken IG Metall Jugend!“

 

Von: vw

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