Neue Halberg Guss

Neue Halberg Guss Leipzig vor einem heißen Sommer: Warnstreik am Freitag

  • 08.06.2018
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  • Aktuelles

Sie wollen im Zulieferer-Streit zwischen Volkswagen und der Prevent-Gruppe nicht unter die Räder kommen. Nachdem bekannt wurde, dass das Werk der Neuen Halberg Guss in Leipzig Ende 2019 zur Schließung vorgesehen ist, gehen die Metallerinnen und Metaller der Traditionsgießerei auf die Barrikaden. Am Freitag machten 300 von ihnen mit einem Warnstreik unmissverständlich klar: Das wird ein heißer Sommer, und wir kämpfen hart für unsere Interessen.

Warnstreik am 8. Juni bei Halberg Guss in Leipzig: Es wird ein heißer Sommer Foto: Wolfgang Zeyen

Die IG Metall hatte ihre Mitglieder in der Gießerei zum Warnstreik aufgerufen, um den Druck auf den Arbeitgeber für Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag zu erhöhen. Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Ankündigung der Geschäftsleitung von Halberg, das Leipziger Werk voraussichtlich zum Ende 2019 schließen zu wollen.

 

„Diese Auseinandersetzung wird von den Beschäftigten in ganz Ostdeutschland mit großer Aufmerksamkeit und Solidarität begleitet werden. Wirtschaftliche Macht hat soziale Verpflichtung. Missbrauch und entgrenzte Gier wird auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen.

Einer der größten Volkswagen-Zulieferer Prevent hatte die traditionsreiche Neue Halberg Guss GmbH mit Stammsitz in Saarbrücken Anfang des Jahres 2018 aufgekauft. Zwischen VW und Prevent läuft seit Jahren ein Streit um Preise und Lieferverträge, in dessen Verlauf Volkswagen zuletzt die Verträge mit Unternehmen der Prevent-Gruppe gekündigt hatte. Der Zulieferkonzern droht seinerseits mit milliardenschweren Schadenersatzklagen gegen Volkswagen.
 
Die IG Metall Leipzig kritisiert, dass in dem Streit zwischen den Konzernen die Beschäftigten nicht vorkommen und einfach entsorgt werden sollen. „Der erfolgreiche Warnstreik zeigt, dass in den Belegschaften in Leipzig und Saarbrücken die Wut groß ist. Die Arbeitgeber sollten sich darauf einstellen, dass jeder einzelne Arbeitsplatz Gegenstand der Auseinandersetzung wird. Wir werden die Schließung unserer Werke niemals kampflos hinnehmen“, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. „Es sind die Beschäftigten, die die Millionen erarbeiten, die VW und Prevent derzeit in ihrem Streit hin und her schieben. Und sie sind es auch, die entscheiden, wann es reicht.“

Die Arbeitgeber müssten sich auf harte Auseinandersetzungen einstellen, sollten sie ihre Beschäftigten weiterhin mit Schließungsankündigungen konfrontieren oder nicht auf die Forderungen der IG Metall für den Sozialtarifvertrag eingehen, so Kruppa weiter.

 

"Wir sehen mir großer Sorge, dass sich der Konflikt zwischen VW und der Prevent-Gruppe ausweitet", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Freitag. "Er ist das Ergebnis eines Machtkampfes, der jetzt auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Deswegen appelliere ich an beide Parteien,  ihre Verantwortung für die Beschäftigten wahrzunehmen und eine Lösung zu finden, die allen Seiten gerecht wird." Die Ansprüche der Beschäftigten müssten gesichert werden, so Dulig weiter, deshalb seien die Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag gerechtfertigt.

 

Mehr Informationen auf www.igmetall-leipzig.de

 


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