Bezirkskonferenz

Sächsischer Staatssekretär fordert höhere Tarifbindung und mehr Mitbestimmung der Beschäftigten

  • 06.06.2019
  • kk
  • Aktuelles

Der sächsische Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Stefan Brangs, hat sich auf der Bezirkskonferenz der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen am Donnerstag, 6. Juni, in Radebeul für eine stärkere Tarifbindung der Unternehmen und mehr Mitbestimmung der Beschäftigten ausgesprochen.

Staatssekretär Brangs sprach sich für mehr Tarifbindung und mehr demokratische Strukturen in den Betrieben aus. Fotos: André Wirsig

„Es kann kein Zustand sein, dass wir in Sachsen längerfristig Schlusslicht in Sachen Tarifbindung sind“, sagte der Staatssekretär vor den Delegierten in Radebeul. Die Studie „Tarifverträge und Tarifflucht in Sachsen“ vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hatte unlängst gezeigt, dass nur 32 Prozent der Beschäftigten der sächsischen Metall- und Elektroindustrie  in tarifgebundenen Betrieben arbeiten. Und auch in den anderen Branchen ist die Tarifbindung unterdurchschnittlich. Lediglich 39 Prozent aller Kolleginnen und Kollegen in Sachsen arbeiten der WSI-Studie zufolge in Unternehmen mit Tarifvertrag.

Auch dass nur 7 Prozent der Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen als gut, 30 Prozent aber als schlecht bezeichnen, sei kein gutes Signal, sagte der Staatssekretär. „Wir müssen gute Arbeit und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als Leistungsträger stärker in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen“, betonte Stefan Brangs.

Er forderte die Unternehmen auf, für attraktive Arbeitsbedingungen zu sorgen und den Beschäftigten mehr Wertschätzung entgegenzubringen. Das, so Brangs, müsse im Hinblick auf den Fachkräftemangel ebenso im Interesse der Arbeitgeber liegen. Bereits jetzt gebe es in Sachsen freiwillige Kündigungen der Beschäftigten, weil sie sich ihren Arbeitgeber aussuchen könnten. Eine solche Situation führe dazu, dass man bereits jetzt selbstbewusst und gestärkt in Verhandlungen mit den Arbeitgebern gehen könne.

Außerdem sprach Stefan Brangs sich für mehr gelebte Demokratie in den Unternehmen aus: „Auch vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Kommunal- und Europawahl in Sachsen ist es notwendig, die demokratischen Strukturen in den Betrieben auszubauen und den Beschäftigten mehr Mitbestimmung einzuräumen.“