Siemens Energy

Siemens Energy: Kampf um Arbeitsplätze in Berlin und Görlitz

  • 04.02.2021
  • mn-em-AW
  • Aktuelles, Metall-/Elektro

Die Ankündigung von Siemens Energy, in Berlin mehr als 700 und in Görlitz mehr als 120 Arbeitsplätze abbauen zu wollen, verunsichert die Beschäftigten. 300 Beschäftigte aus dem Gasturbinenwerk in Berlin protestierten am 4. Februar morgens vor dem Werk. Sie sind fassungslos über die Pläne des Vorstands, weite Teile der Fertigung verlagern und damit dem Gasturbinenwerk sein Herz entreißen zu wollen.

Fotos: Christian v. Polentz / transitfoto.de

Die Botschaft von Betriebsrat, Beschäftigten und IG Metall ist deutlich: So einfach wird das nicht. Es ist eine erste Reaktion, weitere werden folgen. Darin sind sich Betriebsrat, Beschäftigte und IG Metall Berlin einig an diesem Donnerstagmorgen. Sie haben Plakate und jede Menge Wut mitgebracht. Wut über die Pläne des Vorstands, der die gesamte Verbrennungssystemtechnik mit Ausnahme des Testing von Berlin ins autoritär regierte Ungarn verlagern will. Der Betriebsratsvorsitzende Günter Augustat fasst es in Worte: „Mit diesen Plänen beraubt man uns der Möglichkeit, am perfekten Wirkungsgrad unserer Turbinen zu arbeiten, weiter die Leistung zu steigern, die Emissionen zu verringern und damit entscheidend zur Dekarbonisierung der Welt beizutragen.“ Denn mit jedem zusätzlichen Wirkungsgrad sparen Betreiber Millionen Euro und CO2 zugleich.

In der Huttenstraße haben sie das Know-how dazu – in der Fertigung, im Engineering, im Vertrieb und beim Service. „Wir haben hier am Standort hochspezialisierte Wert- und Fertigungsströme, wir beschäftigen uns mit dem i-Tüpfelchen im Gasturbinengeschäft. Das will man uns jetzt nehmen. Das geht gar nicht“, kritisiert Günter Augustat. Das Argument, die Aufträge gingen im Gasturbinengeschäft zurück, lässt er nicht gelten. Denn das Geld verdient Siemens Energy vor allem im Service-Geschäft, und hier liegt eine Kernkompetenz der Beschäftigten in der Huttenstraße. Wo aber Beschäftigte nicht mehr fertigen, wo das Engineering zurückgefahren wird, da verschwinden Innovationen und damit auch die Kompetenz im Service-Geschäft. Das Ende wäre vorprogrammiert.

Deshalb muss die Fertigung in Berlin bleiben. Die IG Metall Berlin steht an der Seite der Betriebsräte und der Beschäftigten., sagt Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Die Beschäftigten des Gasturbinenwerks haben das Wissen, die Kompetenz und die Erfahrung, um innovative Technologien auch in Zukunft zu entwickeln.“

"Geplanter Stellenabbau in Görlitz erscheint unüberlegt und in Teilen willkürlich"

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen, hält einen Stellenabbau am Standort Görlitz für „wirtschaftlichen Unfug“ und kündigt an, „intensiv zu prüfen, ob die geplante Reduzierung überhaupt durchführbar ist."

„Der geplante Stellenabbau erscheint unüberlegt und auch in Teilen willkürlich“, sagt Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen. Der Standort Görlitz wäre allein mit 127 Beschäftigten betroffen. Das sind mehr als zehn Prozent der Belegschaft! „Zur Erinnerung: Wir haben für das Werk in Görlitz die Zusage, dass wir das globale Zentrum für industrielle Dampferzeugung werden, bei der Dekarbonisierung von industriellen Prozessen eine entscheidende Rolle spielen sollen und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut zu Wasserstofftechnologien ausbauen werden“, erläutert Otto. „Hierbei gab es auch massive Unterstützung der Landesregierung in der Vergangenheit. Deshalb werden wir genau hinschauen und intensiv prüfen, ob die geplante Reduzierung sinnvoll und überhaupt durchführbar ist.“

Weitere Informationen:

IG Metall Berlin: www.igmetall-berlin.de

IG Metall Ostsachsen: www.igmetall-ostsachsen.de

 


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