Betriebsratswahlen Stadler Deutschland

Stabwechsel nach erfolgreicher Betriebsratswahl bei Stadler

  • 19.04.2022
  • aw/igm
  • Aktuelles

Im April wurde bei Stadler mit großer Mehrheit die IG Metall-Liste bestätigt. In einer Persönlichkeitswahl wurde das neue Gremium mit 17 Betriebsräten, davon drei Betriebsrätinnen gewählt. Das Gremium hat sich von 15 auf 17 vergrößert. Nach 24 Jahren als Betriebsrätin und 22 Jahren als Betriebsratsvorsitzende übergibt Iris Ziesche den Stab an Markus Gierloff. Hier geht es zum Interview mit Iris und Markus.

Markus Gierloff und Iris Ziesche. (Foto: IG Metall)

Zunächst Herzlichen Glückwunsch zu Eurer erfolgreichen Arbeit im Betriebsrat und zur erfolgreichen Wahl!

Iris, nach 22 Jahren übergibst Du an Markus. Wenn Du heute auf Deine Zeit als Betriebsratsvorsitzende zurückblickst: Welche Themen haben Dich besonders bewegt und in Atem gehalten?

Am meisten bewegt und berührt hat es mich, wenn wir erfolgreich Probleme einzelner Beschäftigter lösen konnten. In diesen Momenten wurde es deutlich, was in der Betriebsratsarbeit besonders wichtig ist: Du bist für die Kolleginnen und Kollegen da und unterstützt sie. Aber natürlich gab es noch weitere spannende Themen, die uns als Betriebsrat in Atem gehalten haben: Der Kampf um unseren Standort, die Begleitung der Verhandlungen zum Anerkennungstarifvertrag, die ERA-Einführung, die Ausgliederung des Bereichs Service mit den Interessenausgleichsverhandlungen und die Einführung und Umsetzung von Regularien in Pandemiezeiten.

Bei Stadler habt ihr in den letzten Jahren viele Mitglieder dazu gewinnen können und an Stärke zugelegt. Wie habt ihr das geschafft?

Wir haben besondere bei der Ausgliederung des Bereiches Service zahlreiche Mitglieder gewinnen können, da die Kolleginnen und Kollegen erkannt haben, dass es ohne die Durchsetzungsfähigkeit einer Belegschaft mit vielen Gewerkschaftsmitgliedern keinen Tarifvertragsabschluss geben kann.

Markus, was nimmst Du Dir als Betriebsratsvorsitzender mit dem Team für die nächsten Jahre vor?

Wichtig ist es mir, die erfolgreiche Arbeit von Iris weiterzuführen. Die neuen Herausforderungen sind an unserem Standort schon sichtbar. Denn mit dem Werksneubau und dem weiteren Ausbau am Standort hier in Pankow stehen viele Themen an, die wir aktiv begleiten müssen.

Iris, wie sieht Dein Übergang aus? Bleibst Du vorerst noch im Betriebsrat, so dass Du Deine Erfahrungen weitergeben kannst?

Ich gebe den Stab in erfahrene Hände weiter. Markus ist ja jetzt auch schon in der 4. Amtsperiode dabei und hat ein Gremium langjährig erfahrenen Betriebsrätinnen und Betriebsräten um sich. In den nächsten drei Monaten tauschen wir noch intensiv Erfahrungen aus.

Markus, ich habe gelesen, ihr habt in Euren Reihen auch viele junge Betriebsrätinnen und Betriebsräte. Wie startet Ihr gemeinsam durch?

Wir werden in unseren Ausschüssen die richtige Mischung haben. Die gemeinsame Erfahrung, das Wissen und der Ehrgeiz aller Betriebsrätinnen und Betriebsräte wird die beste Kombination ergeben. Wir sehen es als Erfolg und freuen uns, dass sich junge Kolleginnen und Kollegen aktiv in die Betriebsratsarbeit einbringen.

Welche Herausforderungen kommen auf Euch bei Stadler zu? Spürt Ihr die Transformation? Wie ist die Lage bei Euch?

Erfreulich ist bei uns, dass mehr Kolleginnen und Kollegen bei uns in Pankow eingestellt werden. Das ist eine positive Herausforderung. Erlebbar wird bei uns gerade, dass immer mehr Arbeitsprozesse digitalisiert werden. Den Wandel unserer Fertigungsmethoden müssen wir intensiv begleiten. Aber auch die derzeitige Lage, die große Unsicherheiten in Bezug auf Lieferketten und Materialien mit sich bringt, bedeutet für uns ein hohes Maß an zusätzlichen Aufgaben als Betriebsrat.

 

Alles Gute für Euren Start als neues Gremium und einen guten Übergang!

 

Hintergrund:

Die Stadler Deutschland GmbH in Berlin Pankow ist ein innovativer Schienenfahrzeugherstellerteller. In Pankow befinden sich unter anderem Vertrieb, Konstruktion, Einkauf und Fertigung. Auch die Materiallogistik in Reinickendorf und die Inbetriebsetzung in Velten sowie deutschlandweite Gewährleistungsstandorte gehören dazu.

Die aktuelle Fertigung reicht von S- und U-Bahnen für Berlin bis hin zu Straßenbahnen für Stuttgart, Bochum und Bergen in Norwegen. Aber auch Regionalbahnen für Deutschland, darunter beispielsweise ein AKKU-Fahrzeug für Schleswig-Holstein wird in Berlin hergestellt. In den letzten vier Jahren ist die Belegschaft am Standort von 1200 auf 1600 gewachsen, so dass sich auch das Betriebsratsgremium bei der Wahl 2022 vergrößert hat.


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