Tarifrunde im Tischlerhandwerk

Tarifabschluss: Sattes Plus für Tischler und Auszubildende

  • 17.11.2021
  • bg-tt
  • Aktuelles, Handwerk, Holz und Kunststoff

Beschäftigte und Auszubildende im Berliner Tischlerhandwerk haben Grund zur Freude. Im Tischlerhandwerk gelten künftig faire und deutlich attraktivere Tariflöhne. Darauf haben sich die IG Metall und die Tischler-Innung bereits im Oktober bei ihrer Tarifverhandlung geeinigt. Die Entgelte steigen in drei Stufen, die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls. Außerdem haben sich die Tarifvertragsparteien auf eine steuerfreie Coronaprämie für die Gesellen verständigt.

Mit der Novemberabrechnung erhalten die Beschäftigten eine Coronaprämie von 375 Euro netto, die die Arbeitgeber als Ausgleich für die höheren Anforderungen während der Pandemie zahlen.

Ab Januar 2022 steigen die Löhne für Altgesellen um 1 Euro pro Stunde auf 14,90 Euro, das sind 7,4 Prozent mehr Geld. Die zweite Stufe tritt zum 1. Januar 2023 in Kraft und beschert den Beschäftigten weitere 3,5 Prozent mehr Geld. Zum 1. Januar 2024 steigen die Löhne nochmals, um weitere 3,8 Prozent. Der Altgesellenlohn beträgt dann 16 Euro.

„Die Zeiten, in den Tischlergesellen nur unterdurchschnittliche Tarife hatten, sind mit diesem Tarifabschluss endgültig vorbei“, sagt Bodo Grzonka, Bezirkssekretär der IG Metall und Verhandlungsführer. „Die Arbeitgeber haben seit längerm erkannt, dass sie attraktive tarifliche  Arbeitsbedingungen anbieten müssen, um gut qualifizierte Fachkräfte dauerhaft zu halten oder anzuwerben, denn die schönste Romantik des Berufs nutzt nichts, wenn man in Berlin nicht mehr von der Hände Arbeit leben kann. In der Realität mussten die Meister bereits deutich mehr bezahlen, als im Tarifvertrag stand, um die Gesellen zu halten oder neue Tischler zu bekommen.“

Dazu trägt auch eine weitere Regelung aus dem Tarifabschluss bei. Statt bisher drei können Junggesellen künftig bereits nach zwei Jahren in die Altgesellen-Gruppe aufsteigen und werden dort entsprechend vergütet. „Entscheidend ist allerdings immer die tatsächliche Tätigkeit, die sie ausüben. Wer in seinem Betrieb ausgebildet wurde und sein Handwerk schon gut beherrscht, kann natürlich schnell höher gruppiert werden“, sagt Bodo Grzonka. „Aber umgekehrt gilt auch, dass ein Meister auch nur als Geselle eingruppiert werden kann, wenn der Arbeitsplatz keine Meisterqualifikation erfordert und weniger anspruchsvolle Arbeiten verrichtet werden.“

Auch die Auszubildenden im Tischlerhandwerk profitieren von dem neuen Tarifabschluss. Ihre Ausbildungsvergütungen steigen bereits rückwirkend zum 1. September 2021 auf 650 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 770 Euro im zweiten und 950 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Weitere Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen erfolgen zum 1. September 2022 und zum 1. September 2023.

Seit 2000 vertritt die IG Metall die Interessen aller Beschäftigten im Holz- und Kunststoffbereich – Industrie und Handwerk. In diesem Jahr hat sich die IG Metall mit der Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK) vereinigt.

Dem Tarifergebnis haben inzwischen auch die Gremien beider Seiten zugestimmt.


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