02.03.2026 | Schon Ende 2025 haben sich die Kolleginnen und Kollegen des Teams Zukunft im VW Motorenwerk in Chemnitz gut für die Betriebsratswahl 2026 aufgestellt. Im Januar ging eine Internetseite online, auf der sich die Kandidierenden vorstellen und auf der regelmäßig über die Betriebsratsarbeit der Fraktion IG Metall berichtet wird. Ein Interview mit dem Listenverantwortlichen Liste 1 „Zukunft“ und Betriebsratsvorsitzenden Olaf Glöckner und mit Maxi Mücklisch, Kandidatin für die Liste 1 und Betriebsrätin.
Mit wie viel Kandidierenden startet ihr im VW Motorenwerk?
Olaf: Bei uns im VW Motorenwerk arbeiten rund 1.800 Beschäftigte. Wir haben daher ein 17er-Gremium und starten mit unserer Liste „Zukunft“ mit 35 Kandidierenden.
In nur zwei Wochen habt ihr eine Internetseite an den Start gebracht. Wie kommt sie an?
Maxi: Zuerst einmal möchten wir uns für die super Zusammenarbeit mit der IG Metall Geschäftsstelle Chemnitz bedanken, ohne deren Unterstützung wir das niemals so schnell geschafft hätten. Wir haben auf der Internetseite der IG Metall Chemnitz unseren eigenen Bereich bekommen. Dort stellen wir die Kandidierenden vor, informieren über die Arbeit unserer Fraktion IG Metall im Betriebsrat. Aber auch die Vertrauensleute und die Jugend- und Auszubildendenvertretung haben sofort mitgemacht und bauen gerade ihre eigenen Bereiche auf. Das kommt gut an bei den Kolleginnen und Kollegen im Werk. Wir werden über diesen Kanal kontinuierlich informieren, auch nach der Wahl.
Welche Themen werden bei euch im Werk gerade diskutiert?
Olaf: Vorrangig beschäftigen uns die Themen der Integration in die VW AG. An den großen Block der Entgeltüberleitung im letzten Jahr schließt sich die Umsetzung der 35-Stundenwoche an. Dies bringt einige Unruhen mit sich, da sich unsere „VW- Sachsen- Welt“ einmal komplett neu ordnen muss, und das, während wir die neue Tarifwelt bereits leben. Natürlich spielen auch die Beschäftigungssicherung und Zukunftsprodukte für uns eine große Rolle. All diese Dinge sind durch Tarifverträge geregelt und lassen sich ohne Gewerkschaft und ohne einen starken IG Metall-Betriebsrat nicht umsetzen.
Interessieren sich die Kolleginnen und Kollegen für die Betriebsratswahl?
Maxi: Leider kann ich hier nicht mit einem klaren Ja antworten, da es uns nicht gelungen ist, eine Personenwahl umzusetzen. Es gibt dennoch sehr viele Kolleginnen und Kollegen, die an einer starken und durchsetzungsfähigen Mitbestimmung interessiert sind und sich mit dem Thema auch befassen. Uns ist es wichtig, vor allem in persönlichen Gesprächen die Notwendigkeit der Wahlen zu kommunizieren. Selten war eine Wahl so wichtig, wie in diesen Zeiten und eine hohe Wahlbeteiligung sendet ein deutliches Zeichen an die Arbeitgeberseite.
Plant ihr Aktionen im Werk, um auf die Wahl aufmerksam zu machen?
Olaf: Wir haben schon vor geraumer Zeit damit angefangen und stecken aktuell mitten im Wahlkampf. Neben vielen verschiedenen Printmedien wie Plakate, Aufsteller, Tablett-Aufleger und Portraits der Kandidierenden sind wir auch online präsent. Die neu veröffentlichte Internetseite über die IG Metall ergänzt unseren Instagram- und WhatsApp-Kanal. Auch bei Werkforce sind wir aktiv unterwegs. An erster Stelle jedoch steht die Vor-Ort-Präsenz, die Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen.
Im VW Motorenwerk arbeiten rund 1.800 Beschäftigte im Bereich Komponentenfertigung und Motorenmontage und beliefern mit den gefertigten Produkten die Standorte des Konzerns. Das Produktionsportfolio umfasst moderne und sparsam aufgeladene Benzindirekteinspritzer (TSI-Motoren) sowie Motoren-Baugruppen wie Ausgleichswellen und integrierte Ventiltriebsmodule. Konzernintern hat Chemnitz die Typführerschaft der Motoren EA 211 inne. Jeder Anlauf dieser Motoren an anderen Konzernstandorten weltweit wird durch Experten und Expertinnen aus dem Chemnitzer Werk unterstützt. Am Standort Chemnitz wurden bisher mehr als 20 Millionen Volkswagen Motoren produziert. Die Produktionszahl 2025 lag bei rund 690.000 Motoren. Perspektivisch wird der Standort auch in die Fertigung von Komponenten für die E-Mobilität einsteigen.
Das Interview führte Andrea Weingart