03.12.2025 | In den vergangenen Jahren und Monaten forderte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) immer wieder eine höhere Arbeitszeit und niedrigere Tariflöhne. Er argumentiert dabei mit den zu hohen Arbeitskosten, die angeblich Arbeitgeber dazu bewegen würden, das Land zu verlassen. Dazu hat die IG Metall etwas zu sagen.
„Wir laden den Ministerpräsidenten ein, mit Beschäftigten aus Sachsen und der IG Metall über die Arbeitszeit zu diskutieren“, so Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa. „Obwohl wir in vielen Betrieben in Sachsen immer noch 38 und mehr Stunden arbeiten, glaubt Herr Kretschmer offenbar immer noch an das Billiglohnland, das Kurt Biedenkopf als erster sächsischer Ministerpräsident nach der Deutschen Einheit ausgerufen hat. Wir laden Herrn Kretschmer ein, mit uns darüber zu diskutieren, ob er wirklich findet, dass der Einsatz der Beschäftigten in Sachsen das Übel in der derzeitigen Krise der Industrie ist.“
In den Nachwendezeiten warb das Bundesland Sachsen auf den eigenen Internetseiten damit, dass in Sachsen die Arbeitskosten deutlich niedriger seien als im Rest der Republik. Derzeit ist das Arbeitszeitgesetz in aller Munde. Die Regierungskoalition will laut Koalitionsvertrag die Möglichkeit einer wöchentlichen statt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen.
„Immer wieder wird behauptet, die Beschäftigten würden zu wenig arbeiten und es müsse wegen der Wettbewerbsfähigkeit mehr gearbeitet werden. Das ist falsch. Denn ansonsten würden die Beschäftigten in Deutschland nicht mehr als 600 Millionen Überstunden vor sich herschieben“, so Jan Otto, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Lassen Sie uns reden, Herr Ministerpräsident! Wir können von der Realität in den Betrieben Sachsens berichten.“
Für Rückfragen:
Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter IG Metall Dresden und Riesa, 0160 533 02 84 und Andrea Weingart, 0177 59 63 859