Elektrohandwerk Berlin Brandenburg

330 Euro monatlich mehr im Elektrohandwerk in Berlin und Brandenburg

  • 29.07.2022
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  • Aktuelles, Tarif, Handwerk, Elektrohandwerk

Die IG Metall Bezirksleitung Berlin Brandenburg Sachsen hat mit dem Landesinnungsverband der Elektrotechnischen Handwerke eine kräftige Erhöhung der Löhne und Ausbildungsvergütungen vereinbart. Die rund 25.000 Beschäftigten im Elektrohandwerk in Berlin und Brandenburg erhalten in zwei Schritten 11,8 Prozent oder 330 Euro mehr im Monat, Auszubildende am Ende 100 Euro mehr im Monat. Die Regelungen gelten ab Januar 2023 für zwei Jahre.

Erfolgreicher Abschluss der Tarifgespräche: Im Elektrohandwerk in Berlin und Brandenburg gibt es deutlich mehr Geld. (Bild: Wavebreakmedia_Micro_panthermedia_net)

Die Vertragspartner nahmen die Tarifgespräche zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf, um lange vor dem Auslaufen der Tarifverträge die weiteren Perspektiven zu beraten. Dadurch können sie rechtzeitig beantragen, die Tarifverträge auch in Zukunft für allgemeinverbindlich zu erklären. Bis zu einer Entscheidung brauchen die Ministerien in Berlin und Brandenburg einen Vorlauf von mehreren Monaten. Mit einer Allgemeinverbindlichkeits-Erklärung kommen die Tarifverträge ins Gesetzblatt und sind damit von allen Betrieben verbindlich anzuwenden.

Bodo Grzonka, Verhandlungsführer und Tarifsekretär der IG Metall Bezirksleitung, zeigte sich erfreut über das zügige Ergebnis mit den Arbeitgebern. Es zeichne das Handwerk aus, Schwierigkeiten schnell zu erkennen, anzupacken und zu lösen. „Das Elektrohandwerk war noch vor wenigen Jahren Schlusslicht bei den Einkommen. Nun sind wir ein großes Stück vorangekommen. Das ist gut und dringend erforderlich, um die Energiewende zu schaffen und die Branche gut aufzustellen. Handwerkerinnen und Handwerker stehen vor wahrhaft goldenen Zeiten: Photovoltaik, Ladeinfrastruktur, Klimatechnik und Wärmekopplung sowie deren Steuerung und Installationen sind der Wachstumsbringer für viele Jahre. Mit über 3100 Euro im Monat geben wir den Fachkräften auch die nötige finanzielle Wertschätzung“, so Grzonka.

Der aktuelle Entgelttarifvertrag wurde im Jahr 2019 vereinbart und galt ab 2020 für drei Jahre. Dieser endet zum Jahresende. Die Ausbildungsvergütungen ändern sich jeweils ab September eines Jahres. Deren Laufzeit endet Ende August 2023.

In diesem Tarifgespräch ging es auch um den Fachkräftebedarf. Es besteht Einigkeit, dass insbesondere die energetische Gebäudesanierung eine herausfordernde Aufgabe darstellt und nur mit gut ausgebildeten Fachkräften bewältigt werden kann. Die Attraktivität einer Karriere im elektrotechnischen Handwerk hängt jedoch auch an einer fairen und guten Bezahlung.

Am Ende wurde vereinbart, das Entgelt der Hauptstufe ab dem 1.1.2023 von 16,12 Euro pro Stunde auf 17,25 Euro anzuheben und ab dem 1.1.2024 auf 18,02 Euro. Das bedeutet ein Plus von 1,90 Euro pro Stunde oder 330 Euro monatlich mehr für Gesellinnen und Gesellen in der Hauptstufe. Das Entgelt für Ungelernte beträgt im Jahr 2023 pro Stunde 13,40 Euro und im Jahr 2024 dann 13,95 Euro. Die Auszubildendenvergütungen erhöhen sich in 2023 und 2024 jeweils zum September um 50 Euro im Monat.  Sie liegen künftig zwischen 900 und 1200 Euro im Monat, je nach Ausbildungsjahr.

Die Laufzeit des Entgelttarifes geht bis zum 31.12.2024, die des Auszubildenden-Tarifvertrags bis zum 31.08.2025. Es gilt eine Widerrufsfrist bis zum 16. September.

Knapp 25.000 Menschen arbeiten in der gemeinsamen Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg im Elektrohandwerk, davon rund 13.000 in Brandenburg und 12.000 in Berlin. Bundesweit sind rund 22.000 Unternehmen mit etwa 400.000 Beschäftigten im Elektrohandwerk tätig.


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