500 Beschäftigte aus elf Betrieben im Warnstreik: »Kleine« engagiert am Ball

  • 06.02.2015
  • md
  • Aktuelles, Metall-/Elektro, Tarif

In der Tarifrunde 2015 beteiligen sich auffallend viele kleine Belegschaften an befristeten Arbeitsniederlegungen. Das zeigt: IG Metaller trauen sich zunehmend in kleineren Betrieben Aktionen zu, und die IG Metall hat mit ihren Forderungen insbesondere nach Alters- und Bildungsteilzeit offenbar auch ihren Nerv getroffen. Am Freitag beteiligten sich 500 Beschäftigte aus elf Betrieben an Warnstreiks.

Kleine sind groß dabei: Warnstreikkundgebung von Kirow Ardelt in Eberswalde

In Brandenburg traten heute 65 Beschäftigte von Kirow Ardelt, ThyssenKrupp Rothe Erde sowie Senvion Deutschland in Eberswalde zur Kundgebung vor das Werktor. In Wildau beteiligten sich am Vormittag 50 Beschäftigte der Gröditzer Kurbelwelle und der Wildauer Schmiedewerk bei einer gemeinsamen Warnstreik-Kundgebung vor dem Tor.

In Leipzig traten heute 120 Beschäftigte von KIROW ARDELT und Schaudt Mikrosa zu einer gemeinsamen Aktion bei KIROW in den Ausstand. In Rackwitz traten die Beschäftigten von SAPA Extrusion Deutschland und Hydro Aluminium Gießerei Rackwitz zur gemeinsamen Kundgebung bei SAPA vor dem Tor. Rund 70 Beschäftigte von Leesys - Leipzig Electronic Systems traten in den Ausstand und vor das TorBei der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen Sachsen rief die IG Metall rund 150 Beschäftigte zum Warnstreik auf.

Bereits am Mittwoch hatten in Finsterwalde mehr als 300 Gewerkschafter von Kjellberg, Schraube und Drahtwerk für mehrere Stunden die Arbeit niedergelegt und für ihre Forderungen demonstriert. "Bei uns sind die Auftragsbücher voll. Wir schaffen die Arbeit nicht", erklärte Heiko Reimschüssel, Betriebsrat im Formteil- und Schraubenwerk. Timo Grundke, einer der Betriebsräte von Kjellberg, forderte endlich wieder eine Anbindung an den Flächentarifvertrag für die Unternehmen der Kjellberg-Gruppe.

 

"Jeder Euro, den wir mehr verlangen, kommt nicht nur den Beschäftigten, auch den Kommunen über die Steuern zugute, mit denen sie Gehwege bauen und Kitas betreiben können", betonte Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Südbrandenburg, bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Mehr Lohn sorge auch für mehr Nachfrage bei Handel und Dienstleistungen, helfe der Friseurin, dem Gastwirt und dem Handwerker. Zudem würden Lohnerhöhungen Auswirkungen auf die Rente haben, die nach 25 Jahren im Osten Deutschlands noch immer um 16 Prozent der im Westen hinterher hinke.


Drucken Drucken