Arbeit – sicher und fair

  • 07.02.2011
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  • Aktuelles, Leiharbeit

Die wirtschaftliche Erholung nach der Finanzkrise schafft kaum sichere Arbeitsplätze – Leiharbeit, befristete Beschäftigung und unsichere Arbeit nehmen in Deutschland, Polen und Tschechien zu. Die Arbeitgeber missbrauchen die Leiharbeit. Lohndumping ist die Folge.

Befristete Beschäftigung wächst in einem unerträglichen Maße an. Fast 10 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten inzwischen nur noch befristet. Jede zweite Neueinstellung erfolgt mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Vor allem junge Menschen bezahlen hierfür den Preis – sie finden nach der Ausbildung oder nach dem Studium nur unsichere Arbeit. Und Viele – vor allem Frauen - werden in schlecht bezahlte und befristete Arbeit oder unfreiwillige Teilzeit gedrängt.

Scheinselbstständigkeit durch Werkverträge und Dienstleistungen werden verstärkt genutzt, um neue Formen unsicherer Beschäftigung zu schaffen.Wir wollen für alle Menschen Gute Arbeit – sicher und fair!

 

Leiharbeit ist längst keine Ausnahme mehr, die nur zum Auffangen von Auftragsspitzen eingesetzt wird. Die Zahl der Leiharbeitnehmer hat sich in den letzten Jahren verdreifacht. Fast 1 Millionen Menschen sind in Deutschland inzwischen in der Leiharbeit beschäftigt. Ohne Eingreifen des Gesetzgebers wird Leiharbeit ab dem 1. Mai 2011 noch stärker zu Lohndumping

missbraucht, sie ist dann ohne Einschränkung grenzüberschreitend möglich.

 

Leiharbeit ist für immer mehr Menschen in Deutschland, Polen und Tschechien tagtägliche Arbeitsrealität. Sie verdrängt reguläre und abgesicherte Beschäftigung. Inzwischen werden Leiharbeiter auch als Streikbrecher eingesetzt!

 

Für diesen Missbrauch der Leiharbeit durch die Arbeitgeber zahlen die Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer den Preis: sie leben in ständiger Unsicherheit, weil „hire and fire“ gang und gäbe ist. Und für diese Unsicherheit und ständige Flexibilität verdienen sie in Deutschland in der Regel 30 Prozent weniger, als fest angestellte Kolleginnen und Kollegen, die

die gleiche Arbeit machen.

 

Wir wollen für alle Menschen Gute Arbeit – sicher und fair!

 

Wir fordern:

• Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit ab dem ersten Tag der Beschäftigung

• Einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in Deutschland

• Verhinderung von Lohndumping durch grenzüberschreitende Leiharbeit

• Ein Verbot zum Einsatz von Leiharbeitnehmern in Betrieben, die bestreikt werden

• Kein Dauereinsatz von Leiharbeitnehmern in Betrieben und Verwaltungen

• Mehr Mitbestimmungsrechte der Personal- und Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeit

• Schluss mit der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen

• Wirksame Bekämpfung der Scheinselbstständigkeit

 

Deshalb rufen der DGB und seine Gewerkschaften zu einem bundesweiten Aktionstag in Betrieben und Verwaltungen auf:

24. Februar 2011

 

Gegen Lohndumping – für sichere und faire Arbeit. Der Gesetzgeber muss endlich handeln!

 

Der Interregionale Gewerkschaftsrat Elbe-Neiße unterstützt die Forderungen der deutschen Gewerkschaften.

 

Er wendet sich gegen Lohndumping im Dreiländereck Sachsen, Nordböhmen, Niederschlesien und fordert: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort!