Aweba Aue: Warnstreik für besseren Haustarif

  • 18.07.2013
  • md
  • Aktuelles, Metall-/Elektro, Tarif

Die Haustarif-Verhandlungen beim Werkzeugbauer Aweba in Aue stocken. Jetzt machten 200 Metaller mit einem Warnstreik Druck für ihre Forderung nach 6,8 Prozent mehr Geld. Es war der erste seit 23 Jahren, und es reihten sich auch viele ein, die nicht Mitglied der IG Metall sind. Das sollte den Aweba-Chefs zu denken geben. Die am gleichen Tag begonnenen Tarifverhandlungen sollten am Freitag fortgesetzt werden.

Foto: Igor Pastierovic

200 Leute vor dem Tor, und dabei sind Ferien in Sachsen. "Ich bin überwältigt", freute sich der Betriebsratsvorsitzende Jens Fuhrmann. Er und die Mitglieder der betrieblichen Tarifkommission hatten die Belegschaft über den Verhandlungsstand und die starre Haltung der Geschäftsführung informiert. "Sie wollen die Entgelttabellen möglichst gering anheben", sagte der Zwickauer IG Metall-Bevollmächtigte Stefan Kademann. Ziel der Verhandlungen sei es, das Verdienstniveau bei Aweba nach Jahren des Verzichts dem Flächentarif anzunähern. 

 

"Der Warnstreik hat gezeigt, dass die Belegschaft geschlossen zusammensteht und sich nicht spalten lässt", so Kademann. Denn am Morgen vor dem Warnstreik hatte der Arbeitgeber mit einem Aushang ein "Angebot" gemacht, das nach Aweba-Rechnung acht Prozent ausmachen sollte – allerdings für 18 Monate und inklusive Ergebnisbeteiligung, die sich nicht auf die Entgelttabellen auswirken sollte. "Das Geld ist da. Denn das Volumen dieses Angebots beläuft sich auf 500 000 Euro. Warum können die nicht in die Löhne und Gehälter fließen?", sagte Kademann. 

 

"Ergebnisbeteiligung ist ok, aber zusätzlich und nicht anstatt Tariferhöhung. Auf solche Zusagen ist kein Verlass, denn der Arbeitgeber kann sie jederzeit widerrufen", sagte Jutta Ehlers, Verhandlungsführerin für die IG Metall.

 

Die Belegschaft habe die Traditionsfirma im Erzgebirge, die in den 1990er Jahren ums Überleben kämpfte, wieder zu dem gemacht, was sie heute ist, sagte Stefan Kademann. "Aweba soll sich weiterentwickeln und gute Geschäfte machen, aber nach den Krisenjahren muss nun auch einordentlicher Anteil vom guten Ergebnis in unseren Taschen landen", sagte Kademann unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer.

 

 


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