Delegierte des IGB-Kongresses: Macht der Arbeitenden weltweit stärken

  • 19.05.2014
  • md
  • Aktuelles

Der IGB-Kongress hat am Montag in Berlin seine Beratungen begonnen. Generalsekretärin Sharan Burrow bezeichnete den Kongress als das "Globale Parlament der Arbeit", bei dem es darum gehe, die Macht der arbeitenden Menschen auszubauen und die Macht der Unternehmen einzudämmen.

"Die Weltwirtschaft braucht abgestimmte Maßnahmen zur Anhebung der Lebensstandards überall auf der Welt. Sieben Jahre nach dem Beginn der Wirtschaftskrise hat die globale Wirtschaft strukturelle Schäden erlitten, mehr als 200 Millionen Menschen weltweit sind arbeitslos und viele mehr versuchen, sich mit niedrigen Löhnen über Wasser zu halten. Die Unternehmen haben die Regierungen fest im Griff, und die Menschen haben das Nachsehen", so Burrow.

 

In der Aussprache stimmten die Redner diesem Anspruch zu. Im Mittelpunkt, so der US-amerikanische Vorsitzende der AFL-CIO, Richard Trumka, stehe dabei die Gewinnung neuer Mitglieder. "Wir lassen uns nicht beiseite schieben. Angriffe und Repressalien gegen Gewerkschafter in den Betrieben sind in den USA üblich geworden", sagte er. "Unsere Antwort lautet: Organisieren, Organisieren, Organisieren", so Trumka unter dem Beifall der Konferenzteilnehmer. 

 

Japans Gewerkschaftschef Nobuaki Koga ging auf die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2008 ein. Einen Aufschwung ohne neue Arbeitsplätze dürfe es nicht geben, forderte er.

 

Modi Guiro, Präsident des afrikanischen Zweigs des IGB aus Senegal, betonte die Bedeutung guter Arbeitsbedingungen, die die Beschäftigten nicht krank machen dürften. "Die Arbeiter in informellen Beschäftigungsverhältnissen erwirtschaften fast zwei Drittel des Bruttosozialprodukts weltweit. Das ist ein Skandal", sagte Modi.

 

Die Beschäftigten im informellen Sektor sind für die indischen Gewerkschafter die größte Ressource, um neue Mitglieder zu gewinnen, sagte Sanjeeva Reddy vom indischen Gewerkschaftsdachverband. ."Wir gehen verstärkt auf Tagelöhner, Frauen und junge Leute zu", berichtete er.


Joao Felicio von der brasilianischen CUT, nannte die Überwindung der Kluft zwischen Arm und Reich als zentrales Ziel für die kommenden Jahre.  Regierungen und Unternehmen, die den Interessen des Kapitals Vorrang vor denen der Beschäftigten geben, würden die Demokratie leugnen, sagte Felicio, der für die am Freitag angesetzte Abstimmung als neuer IGB-Vorsitzender designiert ist.

 

Der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), Guy Ryder, sagte, seine Organisation und die Gewerkschaften seien Verbündete im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen weltweit. Unter den Bedingungen der Globalisierung konstatiere die IAO eine zunehmende Verletzung ihrer Standards. "Dieser Herausforderung werden wir uns auch weiter gemeinsam stellen", sagte Ryder. Vor dem Hintergrund der aktuellen und noch nicht überwundenen Krise der Weltwirtschaft erinnerte Ryder daran, dass die IAO 1919 gegründet wurde, um den verheerenden Auswirkungen der damaligen Weltwirtschaftskrise zu begegnen. 

 

 

 

 

 

 

 

 


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